Russische Unternehmen wollen nach zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffen schwerere Waffen und moderne Abwehrsysteme zum Schutz ihrer Industrieanlagen finanzieren. Dies sagte Alexander Schochin, Chef des einflussreichen russischen Unternehmerverbands RSPP, bei einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin, wie Reuters berichtet.
Betroffen von den Angriffen seien unter anderem Ölraffinerien, Treibstofflager, Düngemittelfabriken und Hafenanlagen. Die russische Regierung habe bereits erlaubt, dass private Sicherheitsfirmen automatische Waffen des Kalibers 7,62 Millimeter wie das Sturmgewehr AK-47 zum Schutz industrieller Standorte einsetzen dürfen. Zudem könnten Reservisten zur Bewachung solcher Anlagen eingezogen werden.
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Schochin erklärte laut Kreml-Protokoll, dies reiche nicht mehr aus. «Es braucht nicht nur leichte Waffen des Kalibers 7,62, sondern auch grössere Systeme, einschliesslich elektronischer Kampfführung, Laseranlagen und anderer Kaliber», sagte er demnach. Die Unternehmen seien bereit, die nötigen Massnahmen selbst zu finanzieren. Dafür brauche es jedoch einen klar geregelten Mechanismus. Als Möglichkeit nannte Schochin einen speziellen Fonds oder andere Formen zweckgebundener Finanzierung.
Zudem bat der Lobbychef Putin um einen Aufschub bei Strafzahlungen wegen verspäteter Steuer- und Abgabenzahlungen. Viele Unternehmen müssten nach Drohnenangriffen beschädigte Anlagen reparieren. Schochin kritisierte ausserdem, dass die zum Schutz eingesetzten Reservisteneinheiten zu häufig zwischen verschiedenen Standorten verlegt würden. Dadurch würden die Verteidigungsmassnahmen geschwächt.