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Rückkehr der US-Dominanz im Nahen Osten: Mit dem Angriff auf Irans Atomanlagen setzt Trump auf Abschreckung statt Diplomatie – und bringt die strategischen Realitäten der Region zurück auf die Tagesordnung

Trump hat in einem zentralen Punkt recht – beim Umgang mit dem iranischen Regime. Seine Entscheidung von 2018, aus dem Atomabkommen auszusteigen, wurde international als Provokation verurteilt. Doch rückblickend wird deutlich, dass das Abkommen den Iran weder dauerhaft am Bau von Nuklearwaffen hindern noch seine aggressive Aussenpolitik eindämmen konnte. Teheran unterstützte weiterhin Terrororganisationen, bedrohte Israel offen und destabilisiert seit Jahren die Region – ob in Gaza, im Libanon oder am Golf.

FABIAN SOMMER / KEYSTONE
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FABIAN SOMMER / KEYSTONE

Israels Premier Benjamin Netanjahu hat diese Bedrohung früh erkannt und klar benannt. Anders als viele europäische Staatschefs hat er nicht gezögert, politische Risiken einzugehen, um sein Land vor einer realen Gefahr zu schützen. Seine diplomatische Arbeit – auch hinter den Kulissen in Washington – hat die Aufmerksamkeit der USA immer wieder auf die iranische Bedrohung gelenkt. Ohne ihn hätte es womöglich keinen US-Schlag gegen iranische Atomanlagen gegeben.

Auch wenn Trumps Stil oft erratisch wirkt, hat er doch erkannt: Ein Regime wie das in Teheran versteht nur klare Grenzen – nicht gutgemeinte Vereinbarungen. Und genau das ist der Kern seiner Politik: Abschreckung statt Illusion.

Die USA haben deshalb die Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan in der Nach auf Sonntag angegriffen. Nach ersten Einschätzungen haben alle sehr schwere Schäden davongetragen. Auf Fordo und Natanz wurden vierzehn bunkerbrechende Bomben abgeworfen, die tief in die unterirdischen Anlagen eindringen können. Beseitigt ist die iranische Atomgefahr aber noch nicht. Die Ayatollahs haben wohl angereichertes Uran übers Land an geheimen Orten versteckt.

Trumps Entscheid, den Iran anzugreifen, hat die Position der USA im Nahen Osten gestärkt: Ihre Abschreckungskraft wurde wiederhergestellt. Damit hat Trump einen Fehler aus seiner ersten Amtszeit korrigiert. Im Jahr 2019 wurden saudische Ölanlagen durch den Iran respektive durch vom Iran unterstützte Akteure angegriffen. Trotz der massiven Provokation verzichtete Trump damals auf einen militärischen Gegenschlag. Trump betonte, er wolle keinen Krieg mit dem Iran.

Trump mag heute innenpolitisch angeschlagen sein: Sein militärisches Eingreifen im Iran ist auch bei den Republikanern höchst umstritten. Doch in der Bewertung des Iran hat er Konsequenz gezeigt – und eine strategische Realität benannt, die viele im Westen noch immer verdrängen.

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