US-Aussenminister Marco Rubio rechnet im Krieg zwischen den USA und dem Iran nicht mit einer sofortigen Einigung. Rubio sagte am Dienstag laut dem Nachrichtenportal Politico, ein Abkommen könne «noch ein paar Tage» in Anspruch nehmen.
Rubio äusserte sich nach einem viertägigen Indien-Besuch vor Journalisten. Der amerikanische Präsident Donald Trump wolle entweder «einen guten Deal oder keinen Deal», sagte der Aussenminister. Gleichzeitig dämpfte er Erwartungen an ein rasches Ende der Kämpfe, die laut dem Bericht seit drei Monaten andauern.
Hayk Baghdasaryan/Keystone
Die Aussagen erfolgten wenige Stunden nach neuen amerikanischen Angriffen auf iranische Ziele. Das US-Zentralkommando bezeichnete die Angriffe demnach als defensive Massnahmen zum Schutz amerikanischer Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte. Ziel seien unter anderem Raketenstellungen und Schiffe gewesen, die im Persischen Golf Minen verlegt hätten.
Im Zentrum der Spannungen steht die Strasse von Hormus. Nach Angaben Rubios versucht Washington, die Passage wieder vollständig für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen. Der Iran habe die Meerenge faktisch blockiert und von Schiffen bis zu zwei Millionen Dollar für eine sichere Durchfahrt verlangt. Durch die Wasserstrasse verlaufen rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gastransports. Rubio sagte, die Meerenge müsse «offen, ungehindert und ohne Gebühren» passierbar sein.
Noch am Wochenende hatte das Weisse Haus die Verhandlungen optimistischer dargestellt. Trump erklärte laut Politico, ein Abkommen sei «weitgehend ausgehandelt». Rubio schlug nun vorsichtigere Töne an.
Zudem sprach Rubio über den Ukraine-Krieg. Nach einem Telefonat mit Russlands Aussenminister Sergei Lawrow bestätigte er Warnungen vor einer möglichen grossen Offensive auf Kiew. Lawrow habe erklärt, die ukrainische Hauptstadt werde «ein sehr gefährlicher Ort». Das amerikanische Botschaftspersonal sei über die erhöhte Gefahr informiert worden. Ob Evakuierungen vorbereitet würden, liess Rubio offen.