Die Veranstaltung vom 18. Mai 2026 an der Universität Zürich zur Nachhaltigkeitsinitiative verrät schon im Titel die Tendenz: «Fragwürdige Framings». Gemeint ist damit nicht etwa das Gaunerwort «Chaos-Initiative», mit dem die Gegner unsachlich hantieren. Gemeint sind vielmehr die Argumente der Befürworter, die auf Tatsachen wie überfüllte Züge, Wohnungsnot oder zubetonierte Landschaften verweisen.
Petra Orosz/Keystone
Und in diesem Stil geht es weiter. Die Einladung qualifiziert die Volksinitiative bereits vorab als Instrument «rechtspopulistischer Kräfte» und «migrationsfeindlicher Mobilisierung», insbesondere vor dem Hintergrund «neoliberaler Wirtschaftsweisen». Hat hier jemand «Framing» gesagt?
Ein Blick auf die Teilnehmer am Podium zeigt: Hier reden ausschliesslich Gleichgesinnte, hier sind alle auf Kurs. Einen Befürworter der Volksinitiative, bei der es laut Umfragen fifty-fifty steht, sucht man darunter vergeblich. Die Gäste heissen: Damir Skenderovic (Universität Freiburg), Konstanze Burkard (Schweizerische Flüchtlingshilfe), Sandra King-Savic (Institut Neue Schweiz), Hanna Hilbrandt (Universität Zürich), Marcel Hänggi (Journalist).
Die Mannschaftsaufstellung heisst also: fünf gegen null. Und der Schiedsrichter? Die Moderation übernimmt Kaspar Surber von der linken Wochenzeitung.
Man fragt sich, was die Universität Zürich mit solchen an Einseitigkeit nicht zu überbietenden Propagandaveranstaltungen im Vorfeld einer Volksabstimmung bezwecken will. Will sie den Studierenden zeigen, dass eine ernsthafte intellektuelle Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Fragen, dass Dialog und der Wettstreit ums bessere Argument an der Uni nicht zählen? Will sie vorführen, dass man sich vor der direkten Demokratie fürchtet? Will sie beweisen, wie linkslastig sie ist?
Sicher ist: Hier fallen die letzten Hemmungen. Man bemüht sich nicht einmal mehr um den Schein von Ausgewogenheit und intellektueller Redlichkeit.
Die Einladung für die Veranstaltung wurde über offizielle universitäre Kanäle verschickt. Das Muster ist bekannt – neu ist die Offenheit, mit der eine vom Steuerzahler finanzierte Hochschule im laufenden Abstimmungskampf Stellung bezieht und dies auch noch als «wissenschaftliche» Veranstaltung deklariert.