Die Beziehungen zwischen der Ukraine und mehreren europäischen Regierungen verschlechtern sich zunehmend. Das berichtet Politico unter Berufung auf europäische Diplomaten, frühere ukrainische Regierungsvertreter und westliche Sicherheitsexperten. Im Zentrum der Spannungen steht laut dem Bericht das Auftreten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der gegenüber europäischen Partnern einen deutlich schärferen Ton angeschlagen habe.
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Auslöser der jüngsten Irritationen ist unter anderem die Debatte über einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz wies Selenskyjs Forderung nach einem raschen Beitritt öffentlich zurück. Ein EU-Beitritt bis 2027 oder 2028 sei «nicht realistisch», sagte Merz laut Politico. Zudem machte er deutlich, dass eine Aufnahme der Ukraine während des laufenden Kriegs kaum denkbar sei.
Der Bericht beschreibt die Stimmung zwischen Kiew und Brüssel als angespannt wie selten seit Kriegsbeginn. Mehrere europäische Regierungen stören sich demnach an Selenskyjs wachsendem Druck auf die Verbündeten. Bei einem informellen EU-Gipfel auf Zypern sollen europäische Staats- und Regierungschefs den ukrainischen Präsidenten wegen seiner Forderungen offen kritisiert haben. Kiew lehnt demnach eine schrittweise Annäherung an die EU ab und verlangt eine vollständige Mitgliedschaft in kurzer Frist.
Gleichzeitig wächst in Kiew offenbar das Selbstbewusstsein. Laut Politico produziert die Ukraine inzwischen fast die Hälfte ihres militärischen Bedarfs selbst, darunter Drohnen, Munition und gepanzerte Fahrzeuge. Neue Rüstungsabkommen mit Staaten am Golf stärken zusätzlich die wirtschaftliche und politische Position der Regierung.
Westliche Diplomaten warnen jedoch vor den Folgen des zunehmend konfrontativen Tons. Die Ukraine bleibt militärisch, finanziell und diplomatisch auf die Unterstützung Europas angewiesen. Gerade deshalb sorgt der schärfere Kurs Selenskyjs in mehreren Hauptstädten für wachsenden Unmut.