Europa kennt seine tatsächlichen Treibstoffreserven nur unzureichend. Dies berichtet Politco unter Berufung auf EU-Vertreter und Brancheninsider. Demnach wächst die Sorge vor Engpässen schneller als die Fähigkeit der Europäischen Union, ihre Bestände genau zu erfassen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, der Iran-Konflikt koste die EU täglich rund 500 Millionen Euro an zusätzlichen Energiekosten. Gleichzeitig bereitet die US-Regierung laut Bericht eine längere Blockade vor, was die Märkte weiter belasten könnte.
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Zwar verfügen Behörden über aktuelle Daten zu staatlichen Öl- und Gasreserven, doch bei kommerziellen Beständen fehlt oft Transparenz. «Wir haben sehr begrenztes Marktwissen und Daten für Gas und Öl», sagte ein hochrangiger Beamter eines europäischen Energieministeriums. Es gebe «einen Mangel an Marktüberwachung».
Besonders unklar ist die Lage bei raffinierten Produkten wie Diesel oder Kerosin. Diese lagern häufig in privaten Depots, deren Betreiber keine Daten veröffentlichen müssen. «Private Unternehmen wollten keine Informationen teilen», erklärte ein weiterer Beamter.
Die EU-Kommission arbeitet nach eigenen Angaben an einem System zur besseren Überwachung. Ziel sei es, Produktion, Importe, Exporte und Lagerbestände genauer zu erfassen. «Wir werden natürlich einen besseren Überblick über die Treibstoffsituation in der EU haben wollen», sagte eine Sprecherin.
Experten betonen, dass selbst aktuelle Daten nur begrenzt aussagekräftig sind. «Wir wissen, was sie lagern sollten. Aber was sie zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich haben, können wir nicht wirklich wissen», sagte ein weiterer Beamter.