Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet für 2026 einen erneuten Anstieg der Firmenpleiten. Auch wirtschaftlich gesunde Unternehmen könnten betroffen sein. Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch erklärt: «Es wird 2026 wieder mehr Insolvenzen und vor allem Schliessungen geben.»
Nach Einschätzung von Creditreform trifft die Entwicklung nicht mehr nur strukturell schwache Betriebe. Besonders im verarbeitenden Gewerbe geraten zunehmend Firmen unter Druck, obwohl ihre Geschäftsmodelle grundsätzlich tragfähig sind. Damit droht ein Verlust von industriellem Know-how, das für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zentral ist.
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Die aktuelle Lage bestätigt den Trend. Laut Daten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle wurden im April 1776 Insolvenzen registriert – ein Höchststand seit zwei Jahrzehnten. Experten erwarten kurzfristig keine Entspannung, vielmehr rechnen sie in den kommenden Monaten mit weiter hohen Fallzahlen.
Auch im europäischen Vergleich fällt Deutschland auf. Die Zahl der Firmenpleiten ist 2025 in Westeuropa auf 197.610 gestiegen, den höchsten Stand seit über zwanzig Jahren. Deutschland gehört mit einem Anstieg von 8,8 Prozent zu den Ländern mit besonders dynamischer Entwicklung. Ursachen sind laut Creditreform ein schwacher Welthandel, geopolitische Risiken sowie strukturelle Belastungen wie hohe Energiepreise und zunehmende Regulierung.