Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Plädoyer zum Tag der Befreiung: Warum die Rückbesinnung auf die Neutralität die wichtigste Lehre für die Schweiz bleibt

Anhören ( 2 min )
Plädoyer zum Tag der Befreiung: Warum die Rückbesinnung auf die Neutralität die wichtigste Lehre für die Schweiz bleibt
Plädoyer zum Tag der Befreiung: Warum die Rückbesinnung auf die Neutralität die wichtigste Lehre für die Schweiz bleibt
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Der 8. Mai markiert ein Datum von tiefgreifender symbolischer Bedeutung, das uns an das Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 erinnert. Auch für die Schweiz war dieser Tag ein Moment des Aufatmens nach einer existenziellen Belastungsprobe. Seit 1940 befand sich das Land in einer faktischen Umklammerung durch die Achsenmächte, in der die damalige Regierung das Überleben unserer Demokratie sicherstellen musste. Entgegen der Kritik späterer Historikergenerationen, die der damaligen Führung eine reine Politik der Anpassung vorwerfen, zeigt sich bei genauerer Betrachtung ein differenziertes Bild aus Widerstand und notwendigem Pragmatismus. Das entscheidende Instrument, das der Schweiz damals wie heute das Überleben sicherte, bleibt die Neutralität. Sie ist keine blosse Tradition, sondern eine fundamentale Frage von Sein oder Nichtsein für unser Land.

Alessandro della Bella/Keystone
Schweizerfahne im Wind vor der Rigi in der Zentralschweiz
Alessandro della Bella/Keystone

In der heutigen Zeit gewinnt diese Erkenntnis angesichts einer neuen globalen Multipolarität wieder an Dringlichkeit. Wir beobachten Machtblöcke, die sich zunehmend aneinander reiben, während das oft beschworene Völkerrecht in der Realität einer harten Interessenpolitik weicht. Man muss die nüchterne Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass sich die grossen Mächte – von Russland bis zu den Vereinigten Staaten – nicht mehr an internationale Regeln halten, wenn diese ihren Ambitionen im Weg stehen. In einer solchen Phase, in der bestehende Ordnungen zur Disposition stehen und eine allgemeine Übergriffigkeit um sich greift, ist es für die Schweiz unerlässlich, sich wieder verstärkt auf ihre nationalen Interessen zu besinnen.

Diese Rückbesinnung muss sich konsequent in der Innen- und Aussenpolitik widerspiegeln. Es gilt, die Integrität unserer Infrastrukturen und Sozialwerke zu schützen, was eine sachliche Debatte über die Steuerung der Zuwanderung miteinschliesst. Dabei ist es wenig hilfreich, wenn politische Vorschläge wie die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP von Gegnern lediglich moralisierend verteufelt werden, statt eigene tragfähige Lösungen zu präsentieren. Ein Manifest der linken Gegner gegen die SVP zeigt hierbei eine Kleinkariertheit, der es weniger um die Sache als um den Kampf gegen eine unliebsame Partei geht. In Zeiten der Unsicherheit ist nicht die Polemik gefragt, sondern das rationale Gespräch und eine intellektuelle Redlichkeit.

Die Schweiz steht vor der Aufgabe, ihre Neutralität und ihre interne Ordnung mit kühlem Kopf zu pflegen. Wenn internationale Bündnisse und Verträge keine verlässliche Sicherheit mehr garantieren können, muss die Eigenständigkeit wieder ins Zentrum rücken. Das Ziel einer verantwortungsvollen Politik sollte es sein, die Sinne für die realen Gefahren einer grossen Konfrontation zu schärfen, ohne in Alarmismus zu verfallen. Nur durch eine konsequente Wahrung der bewährten schweizerischen Maximen lässt sich die Unabhängigkeit des Landes in einer Welt sich auflösender Regeln dauerhaft bewahren.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.