Der Philosoph und Publizist Richard David Precht hat die deutsche Bundesregierung für ihre Reaktion auf einen Vermittlungsvorschlag von Russlands Präsidenten Wladimir Putin kritisiert. Im Podcast mit Markus Lanz sagte Precht, er sei «ein bisschen sehr bestürzt» darüber gewesen, dass die Regierung den Vorschlag, Altkanzler Gerhard Schröder als Vermittler einzusetzen, sofort zurückgewiesen habe.
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Precht erklärte, er könne zwar verstehen, dass Schröder wegen seiner Nähe zu Russland abgelehnt werde. In diesem Fall müsse die Bundesregierung jedoch «einen Gegenvorschlag machen». Als mögliche Vermittlerin nannte Precht unter anderem Altkanzlerin Angela Merkel oder ein «Dreamteam Merkel/Schröder».
Der Philosoph äusserte Zweifel daran, dass es sich bei Putins Vorstoss lediglich um ein taktisches Manöver handle. «Ich persönlich halte das für sehr unwahrscheinlich, dass das ein Trick ist», sagte Precht. Nach seiner Einschätzung sind die Voraussetzungen für diplomatische Gespräche derzeit so günstig wie seit Beginn des Krieges nicht mehr.
Zugleich äusserte Precht die Befürchtung, Teile der Politik könnten an einer Fortsetzung des Konflikts interessiert sein. Er sprach von einem möglichen «Aufrüstungswahn» und fragte, ob man Angst habe, «dass uns durch einen Friedensprozess der Feind abhandenkommen könnte». Lanz reagierte darauf mit deutlicher Kritik und bezeichnete Prechts Überlegungen als «wahnsinnig zynisch». Er könne sich nicht vorstellen, dass europäische Politiker den Krieg wollten oder sich an ihn gewöhnt hätten. Gleichzeitig sagte der Moderator, Merkel könne sich wegen ihrer Erfahrung im Umgang mit Putin als Gesprächspartnerin eignen.