Pfizer stellt geplante Investitionen in Deutschland infrage und der Konzernchef Albert Bourla hat seine Teilnahme an einem Investorentreffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) abgesagt, berichtet das Handelsblatt. In einem Schreiben an den Kanzler begründet der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns den Schritt mit den geplanten Sparmassnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen.
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Wie aus dem Brief hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, werde Pfizer den für Herbst vorgesehenen «Invest in Germany Summit» der Bundesregierung nicht besuchen. Bourla verweist dabei auf die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplanten Eingriffe in den Arzneimittelmarkt. Die vorgesehenen Regelungen erschwerten langfristige Investitionsentscheidungen und beeinträchtigten die Planungssicherheit für international tätige Unternehmen.
Pfizer beschäftigt nach eigenen Angaben in Deutschland mehr als 3.000 Mitarbeiter und betreibt unter anderem einen bedeutenden Produktions- und Forschungsstandort in Freiburg. Investitionen würden weltweit dort getätigt, wo politische Rahmenbedingungen verlässlich, transparent und berechenbar seien, schreibt Bourla. Vor diesem Hintergrund überprüfe der Konzern nun seine bestehenden Zusagen sowie den Zeitpunkt, den Umfang und die Priorisierung geplanter Investitionen in Deutschland.
Auslöser des Konflikts ist das von Warken geplante «Beitragssatzstabilisierungsgesetz». Die Bundesregierung will damit die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um rund 16,3 Milliarden Euro entlasten und einen weiteren Anstieg der Beiträge begrenzen. Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens sind höhere Herstellerrabatte, die Pharmaunternehmen den Krankenkassen gewähren müssen.
Die Pläne stossen in der Branche auf erheblichen Widerstand. Bereits zuvor hatte der US-Pharmakonzern Eli Lilly angekündigt, eine ursprünglich mit 2,5 Milliarden Dollar veranschlagte Investition in einen neuen Standort im rheinland-pfälzischen Alzey deutlich zu reduzieren. Auch Boehringer Ingelheim erklärte, geplante Investitionen von rund 900 Millionen Euro in Deutschland vorerst nicht weiterzuverfolgen. Beide Unternehmen verwiesen auf die verschärften Sparvorgaben.
Kritik an dieser Reaktion kommt von den Krankenkassen. Die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, verwies auf das milliardenschwere Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung. Es sei nicht akzeptabel, wenn profitable Pharmakonzerne mit Investitionskürzungen auf Einsparungen reagierten, die zur Stabilisierung des Systems beitragen sollten.