Nach öffentlicher Kritik hat das Versandhaus Otto mehrere Angebote für Kinder-Hijabs von seiner Online-Plattform entfernt. Die Artikel, darunter «Gebetskleider für Kinder von 5–8 Jahren» und «Mädchen-Hijabs» für rund 20 Euro, waren von Drittanbietern auf dem Otto-Marktplatz inseriert worden. Abgebildet waren teils nahezu vollverschleierte Mädchen.
Ein Sprecher bestätigte gegenüber Bild, dass die Artikel gelöscht wurden. Otto betont, der Verkauf solcher Kleidung sei nicht verboten, man wolle aber nun intern prüfen, «wie wir künftig mit religiösen Symbolen jedweder Art bei Produkten mit Bezug zu Kindern umgehen werden».
FDP-Politiker Gerald Ullrich kritisierte das Angebot als nicht vereinbar mit einer «freien und offenen Gesellschaft». CSU-Innenexperte Stephan Mayer bezeichnete den Hijab als «Instrument der Unterordnung der Frau» und sprach von einem «bedenklichen» Signal an Minderjährige in Deutschland.
Laut Bild vertreibt der betroffene Händler die Artikel weiterhin auf seiner eigenen Website. In Österreich wird derzeit über ein gesetzliches Verbot von Kopftüchern für Kinder diskutiert. In Deutschland bleibt dieses rechtlich erlaubt, aber gesellschaftlich umstritten.