Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán spricht nach der Wahlniederlage erstmals von einem politischen Epochenbruch und kündigt eine umfassende Erneuerung seines Lagers an. Orbán erklärte in einem Radiointerview: «Eine politische Ära ist zu Ende gegangen» – um zugleich einzuräumen: «Ich muss zugeben, dass die Botschaft des Gegners stärker war.»
Er bezeichnete das Ergebnis als klare und schwere Niederlage. «Das ist eine klare Niederlage», sagte er. «Das Ausmass der Niederlage ist gross.» Nach sechzehn Jahren ununterbrochener Regierungszeit verliert seine Partei Fidesz deutlich an Einfluss. Die Oppositionspartei Tisza unter Péter Magyar errang mit 138 von 199 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit, während Fidesz auf 55 Mandate zurückfiel.
Orbán beschrieb die Zeit nach der Abstimmung in persönlichen Worten. «Ich fühlte Schmerz und Leere», sagte er und erklärte, er habe sich seither bewusst in Arbeit gestürzt, um die Situation zu verarbeiten. Selbst intern sei man von einem Sieg ausgegangen: «Sogar ich dachte, wir würden gewinnen.»
A complete renewal is needed. An era has come to an end. We will reorganise, rebuild, and return stronger. I will continue to serve our patriotic community wherever I am needed. 🇭🇺 pic.twitter.com/xp8nwTNqSf
— Orbán Viktor (@PM_ViktorOrban) April 17, 2026_e('Werbung', 'weltwoche'); ?>
Der Regierungschef übernahm die Verantwortung für das Resultat ausdrücklich. «Ich bin es. Ich bin der Präsident der Partei», sagte er und fügte hinzu, er nehme das Ergebnis «zu 100 Prozent» auf sich. Gleichzeitig räumte er ein, dass es seiner Partei nicht gelungen sei, die Wähler ausreichend zu erreichen.
Trotz der Niederlage schliesst Orbán einen Rückzug aus der Politik aus. Stattdessen kündigte er eine «umfassende Erneuerung» von Fidesz und des gesamten rechten Lagers an. Dazu gehörten personelle Veränderungen sowie eine Neuaufstellung der Parlamentsfraktion. Eine Parteiversammlung ist für Ende April geplant.
Orbán stellte klar, dass er sich künftig in jede Rolle einfügen werde, die seine Anhänger von ihm verlangten. «Wenn meine Gemeinschaft mir sagt, ich soll in der hinteren Reihe sitzen, werde ich das tun … Wenn sie mir sagt, ich soll das Team aufs Feld führen, werde ich das tun.»