Die deutsche Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent. Zuvor war die Erwartung schrittweise von 1,3 auf 1,0 Prozent reduziert worden. Auch für 2027 rechnet die Regierung nur noch mit einem Wachstum von 0,9 Prozent.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnt bei der Vorstellung der Zahlen: «Ohne zügige und entschlossene Reformen fehlt unserem Land die Grundlage, um künftig Wachstum und Wohlstand sicherzustellen.» Der Gegenwind habe zugenommen. Den Energiepreisschock infolge der Blockade des Ölhandels am Persischen Golf könne man nicht verhindern, «aber er belastet die Menschen und die Wirtschaft real».
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Als Hauptgrund für die schwächere Entwicklung nennt die Bundesregierung steigende Energiepreise. Auslöser sind geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Probleme rund um die Strasse von Hormus, die zu Engpässen und höheren Ölpreisen führen. Dies verteuert Produktion und Transport und dämpft zugleich den privaten Konsum.
Die Inflation soll laut Prognose in diesem Jahr auf 2,7 Prozent und im kommenden Jahr auf 2,8 Prozent steigen. Für viele Haushalte bedeutet dies höhere Ausgaben für Energie und Alltag.
Der private Konsum könnte sich zwar stabilisieren, auch staatliche Investitionen etwa in Infrastruktur und Verteidigung sollen Impulse liefern. Dennoch bleibt die Aussenwirtschaft schwach. Von Exporten sind kaum Wachstumsbeiträge zu erwarten.
Am Arbeitsmarkt wird eine unveränderte Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent erwartet. Zugleich stagniert die Zahl der Erwerbstätigen oder geht leicht zurück. Die Bundesregierung warnt in ihren Unterlagen vor dauerhaft schwachen Wachstumsaussichten ohne strukturelle Reformen.