Russland stoppt ab dem 1. Mai die Öllieferungen über die Druschba-Pipeline nach Deutschland und trifft damit insbesondere die Raffinerie in Schwedt, dies berichtet das Onlineportal Focus. Der russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak erklärte laut Interfax: «Dies hängt mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten zusammen.»
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Nach Angaben aus Moskau wird künftig kein kasachisches Öl mehr über russisches Gebiet nach Deutschland weitergeleitet. Stattdessen sollen alternative Transportwege genutzt werden. Die Massnahme erfolgt kurz vor Abschluss von Reparaturarbeiten an der Pipeline.
Besonders betroffen ist die PCK-Raffinerie in Schwedt, die bislang einen Teil ihres Rohöls über diese Route bezogen hat. Laut der Landrätin von Uckermark, Karina Dörk, könnte der Lieferstopp «ein riesiges Problem» für die Versorgungssicherheit darstellen. Rund 20 Prozent des dort verarbeiteten Öls seien betroffen, die Auslastung der Anlage könnte auf etwa 60 Prozent sinken.
Die Raffinerie spielt eine zentrale Rolle für die Energieversorgung im Nordosten Deutschlands. Unter anderem wird ein grosser Teil des Kerosins für den Flughafen Berlin Brandenburg dort produziert. Eine reduzierte Produktion könnte daher Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung haben.
Die Lufthansa sieht sich derzeit dennoch abgesichert. Der Konzern teilte mit, der Kerosinbedarf für 2026 sei zu rund 80 Prozent abgesichert, für 2027 zu etwa 40 Prozent. Man erwarte für den Sommerflugplan eine weitgehend stabile Versorgung.
Welche konkreten Folgen der Lieferstopp mittel- und langfristig haben wird, ist noch offen.