CDU und Grüne in Nordrhein-Westfalen wollen Mehrsprachigkeit stärker im Schulunterricht verankern und prüfen auch neue Formen der Leistungsbewertung. In einem gemeinsamen Antrag im Landtag heisst es, Mehrsprachigkeit solle «über die gesamte Schullaufbahn» als integraler Bestandteil des Bildungswegs gefördert werden.
Die beiden Regierungsfraktionen begründen den Vorstoss mit der gesellschaftlichen Realität im Land: Nordrhein-Westfalen sei von sprachlicher Vielfalt geprägt, rund ein Drittel der Bevölkerung habe eine Einwanderungsgeschichte. Laut Mikrozensus spreche etwa jeder Zweite zu Hause neben Deutsch eine weitere Sprache, an Schulen hätten rund 44 Prozent der Schüler eine internationale Biografie.
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Konkret zielt der Antrag darauf ab, Unterricht und Leistungsbewertung stärker an diese Voraussetzungen anzupassen. Fachliche Kompetenzen sollen demnach auch dann erfasst werden können, wenn Deutschkenntnisse noch unzureichend sind. Zudem wird vorgeschlagen, Projektkurse in der Oberstufe auch in der jeweiligen Erstsprache durchzuführen oder für Lernende mit entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen zu öffnen. Parallel dazu soll die Mehrsprachigkeit in der Lehrerfortbildung systematisch ausgebaut werden.
Der nordrhein-westfälische Landtag hat dazu eine Sachverständigenanhörung in Auftrag gegeben. Eine konkrete gesetzliche Umsetzung liegt noch nicht vor.