Der Medienunternehmer Roger Schawinski hält die publik gewordenen Facebook-Äusserungen des SRF-Journalisten Pascal Schmitz für untragbar. «Solche Äusserungen sind für einen Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens nicht tolerierbar», sagte Schawinski dem Tages-Anzeiger.
Hintergrund sind von Weltwoche-Journalist Christoph Mörgeli öffentlich gemachte Beiträge, in denen Schmitz vor rund fünfzehn Jahren Schiedsrichter und Sportler beschimpft und rassistische Klischees verwendet hatte. SRF hat den Journalisten inzwischen vorläufig vom Bildschirm genommen.
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Schawinski kritisiert das Vorgehen des Arbeitgebers, sieht aber auch Versäumnisse im Vorfeld: «SRF hätte vor der Einstellung von Schmitz recherchieren müssen, wen es da holt.» Die entsprechenden Beiträge seien öffentlich gewesen und hätten einen direkten Bezug zum Berichterstattungsgebiet gehabt. Dies falle unter die Sorgfaltspflicht eines Arbeitgebers.
Gleichzeitig warnt Schawinski vor einer Vermischung mit der Affäre um Patrick Fischer. Schmitz hatte publik gemacht, dass Fischer ein Covid-Zertifikat gefälscht habe, worauf dieser als Nationaltrainer entlassen wurde. «Wir haben es hier mit zwei Affären zu tun, die man nicht vermischen sollte», so Schawinski.
Er sieht hinter der Veröffentlichung der alten Facebook-Posts auch politische Motive. Mörgeli und die Weltwoche wollten nicht primär den Journalisten treffen, sondern die Entlassung Fischers weiter skandalisieren. Zugleich stellt Schawinski fest, dass Schmitz die Voraussetzungen für eine seriöse Berichterstattung nicht erfülle.
Die schnelle Suspendierung wertet er als «Vorverurteilung». Offene Fragen bleiben auch zur internen Führung bei SRF: Dass Chefredaktor Tristan Brenn in der heiklen Lage nicht selbst auftritt, sei «kein Zeichen von guter Führung».