In einem ausführlichen Interview mit Bild-Vizechefredaktor Paul Ronzheimer verteidigt der US-Journalist Tucker Carlson seine Entscheidung, Wladimir Putin zu interviewen – und übt dabei scharfe Kritik an der westlichen Ukraine-Politik, den Mediennarrativen sowie der politischen Führung in Europa.
Carlson sieht den russischen Präsidenten nicht als irrationalen Aggressor, sondern als kalkulierenden Machtpolitiker, dessen Motive in der Geheimdienstkultur und in nationalen Interessen Russlands wurzeln. Die Nato-Osterweiterung sei aus westlicher Sicht vielleicht legitim, aus russischer Perspektive jedoch eine Provokation, so der ehemalige Fox-News-Moderator. In der Ukraine hat Moskau laut Carlson bereits zentrale strategische Ziele erreicht. Sanktionen und militärische Unterstützung durch den Westen offenbarten vor allem dessen Schwäche.
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Besonders deutlich wurde Carlson bei der Frage nuklearer Eskalation: Die Gefahr eines Atomkriegs sei real und werde im öffentlichen Diskurs leichtfertig unterschätzt. Wer laut über Angriffe auf Moskau nachdenke, spiele mit dem Feuer. Er forderte Verhandlungen statt Hybris und plädierte für eine Aussenpolitik, die auf Abschreckung, nicht auf moralischer Überlegenheit basiere.
Auch Europas Führer kamen nicht ungeschoren davon: Carlson warf ihnen vor, fremde Truppen auf eigenem Boden zu dulden und nationale Souveränität aufzugeben. Die anhaltende Stationierung von US-Truppen in Deutschland sei Ausdruck verlorener Würde.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war zudem die Migration. Der Amerikaner sprach von einem kulturellen und demografischen Wandel, insbesondere in Deutschland, der offen diskutiert werden müsse. Den Austausch der einheimischen Bevölkerung durch Zuwanderer bezeichnete er als Realität, die politisch tabuisiert werde. Carlson sagte auch, dass Merkel de facto eine Kriminelle sei, da sie das Leben der Deutschen durch ihre Migrations- und Flüchtlingspolitik massiv verschlechtert habe. Die Deutschen sollten nicht wütend auf Putin sein, der aus der Sicht seines Landes gut sei, sondern auf Leute wie Merkel und Merz, der Merkels Politik fortsetzt. Wörtlich sagt er Paul Ronzheimer: «Du wirst feststellen, dass dein Feind nicht Wladimir Putin ist. Er hat den Park nicht mit Müll oder Migranten vollgestopft. Das war Angela Merkel, und Merz macht weiter so. Sie sind also die Feinde. Sie sind diejenigen, die dein Leben verschlechtert haben.»
Mit Blick auf Deutschland warnte er vor Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Das Verbot unliebsamer Parteien oder Debatten erinnere ihn an autoritäre Systeme. Echte Demokratie, so Carlson, bedeute Wettbewerb der Ideen – nicht Zensur.
Sein Ziel sei nicht politische Macht, sondern Wahrhaftigkeit. Die Meinungsfreiheit sei für ihn ein gottgegebenes Recht – und Grundlage jeder freien Gesellschaft. Seine enge Verbindung zu Donald Trump begründete Carlson mit dessen Mut und Standhaftigkeit, Eigenschaften, die er für wahre Führungsstärke hält.