Hausbesitzer in der EU müssen sich ab 2027 auf erhebliche Zusatzkosten einstellen: Dann greift ein neues europäisches Emissionshandels-System, das erstmals auch Gebäude und den Verkehrssektor einbezieht. Wer dann mit Erdgas oder Heizöl heizt, könnte je nach CO2-Preis mit jährlichen Mehrkosten in Höhe von mehreren Tausend Euro rechnen. Das zeigt eine Analyse des Berliner Unternehmens Purpose Green, über die das Magazin Der Spiegel berichtet.
OLIVIER HOSLET / KEYSTONE
Bereits heute kostet die Emission einer Tonne CO2 in Deutschland 55 Euro, der Preis soll künftig durch den Markt bestimmt werden. Prognosen gehen für 2030 von bis zu 149 Euro pro Tonne aus. Im Extremfall – bei 400 Euro – könnten für ein Einfamilienhaus mit 165 Quadratmetern in Hamburg über 3100 Euro pro Jahr allein für den CO2-Ausstoss anfallen. Bei schlecht sanierten Mehrfamilienhäusern kann die Belastung für Vermieter auf fast 46.000 Euro pro Jahr steigen.
Die Kostenverteilung richtet sich künftig nach der Energieeffizienz der Immobilie: Ist sie schlecht gedämmt, zahlt der Eigentümer fast alles. Gutsanierte Gebäude hingegen belasten die Mieter. Das System soll Anreize schaffen, energetisch aufzurüsten.
Doch bisher bleiben viele Sanierungen aus. 2024 wurden laut Statistik nur 0,69 Prozent der Wohngebäude energetisch erneuert. Der Staat fördert Wärmepumpen und Heizungstausch, ein allgemeines «Klimageld» für Bürger gibt es allerdings bislang nicht.
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