Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat erklärt, sein Land plane die vollständige Übernahme des Gazastreifens. In einer Videobotschaft sagte er, das Ziel der erweiterten Kampagne sei es, das «gesamte Gebiet von Gaza zu übernehmen», um die Hamas vollständig zu besiegen.
Begleitet wird diese Ankündigung von massiven Luftangriffen und der Aufforderung an die Zivilbevölkerung von Khan Junis, in das sogenannte humanitäre Gebiet al-Mawasi zu fliehen. Die israelische Armee sprach von einem «beispiellosen Angriff» auf die Stadt im Süden des Gazastreifens, die vor dem Krieg als zweitgrösste galt.
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Israel hat zwei zusätzliche Divisionen nach Gaza verlegt und die Gesamtzahl der eingesetzten Einheiten auf fünf erhöht. Gemäss lokalen Berichten soll ein Kommando der israelischen Spezialkräfte bereits am Montag verdeckt nach Khan Junis eingedrungen sein, um gezielt einen militanten Anführer zu eliminieren.
Erstmals räumte Netanjahu ein, dass die humanitäre Lage dramatisch sei, berichtet die Financial Times. Die Menschen im Gazastreifen stünden kurz vor einer Hungersnot. «Wir nähern uns schnell der roten Linie», sagte er. Aus Rücksicht auf die internationale Legitimität – und unter Druck der US-Regierung – liess Israel am Montag erstmals wieder Hilfsgüter in begrenztem Umfang zu.
Ein Hilfsplan unter Leitung der Uno soll den Zugang erleichtern. Parallel dazu soll eine von der Regierung Trump unterstützte Organisation mit Sitz in der Schweiz, die Gaza Humanitarian Foundation, die Verteilung der Hilfe übernehmen – unter Aufsicht des israelischen Militärs und privater Sicherheitsfirmen.
Netanjahu betonte, dass er trotz internationaler Kritik an der Offensive festhalte: Israel werde sich mit gerechten Mitteln verteidigen, bis der «totale Sieg» errungen sei.