In der internationalen Politik hat sich ein bizarrer Theologiestreit zwischen dem Vatikan und der US-Politik entwickelt. Papst Leo hat sich mächtig zum Fenster hinausgelehnt und beklagt, dass Tyrannen die Welt in Schutt und Asche legen würden. Die amerikanische Regierung unter Präsident Trump fühlte sich davon direkt angesprochen und reagierte ungehalten durch eine Kaskade von Jesusbildern.
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Jetzt ist der Papst mittlerweile ein Stück weit zurückgerudert und betont, er habe nicht die konkrete Regierung, sondern das abstrakte tyrannische Gehabe und die Indienstnahme Gottes für politische Zwecke gemeint. Er hat recht. Doch der theologische Schlagabtausch ist damit nicht beendet.
Bemerkenswert ist das Auftreten von Trumps Vize J. D. Vance, der dem Kirchenoberhaupt nun eine theologische Vorlesung hält und ihm die Bibel erklärt. Vance, der erst vor einigen Jahren zum Katholizismus konvertiert ist, erinnert den Papst mit beeindruckendem neokatholischem Selbstvertrauen daran, dass es laut kirchlicher Lehre durchaus gerechte Kriege gibt. Die Kirche könne nicht pauschal gegen alle Kriege sein, sondern müsse die gerechten unterstützen.
In der Logik von Vance sind die Kriege der Amerikaner selbstverständlich immer die gerechten, zumindest jene, welche die Regierung Trump und Vance zu führen gedenkt.