Der Iran wirft den USA «eklatante» Verstösse gegen die Waffenruhe vor und droht mit Vergeltung. Das erklärte das iranische Aussenministerium nach amerikanischen Luftangriffen auf iranische Raketenstellungen und Boote in der Strasse von Hormus.
Trotz der neuen Spannungen laufen hinter den Kulissen weiter Verhandlungen über eine Verlängerung der Feuerpause um sechzig Tage. Nach Angaben iranischer Medien führten Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Aussenminister Abbas Araghtschi in Doha Gespräche mit Vermittlern aus Katar. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim sprach von «Fortschritten» bei den Gesprächen. Im Zentrum steht offenbar ein Abkommen zur schrittweisen Öffnung der Strasse von Hormus sowie zur Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte im Umfang von 24 Milliarden Dollar.
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Die USA hatten ihre Angriffe mit Selbstverteidigung begründet. Das amerikanische Militär erklärte, iranische Schiffe hätten versucht, Minen in der Meerenge zu verlegen. Durch die Strasse von Hormus läuft normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransports. Nach den Angriffen sprang der Ölpreis zeitweise über 100 Dollar pro Barrel, fiel am Mittwochmorgen aber wieder leicht zurück.
US-Präsident Donald Trump erklärte, Washington wolle ein Abkommen mit Teheran, allerdings «ohne Hast». Aussenminister Marco Rubio sprach von intensiven Diskussionen über die genaue Formulierung des Vertragsentwurfs. Trump beharrt weiterhin darauf, dass der Iran seine hochangereicherten Uranbestände entweder an die USA übergibt oder unter internationaler Aufsicht vernichtet.
Nach Angaben aus iranischen Verhandlungskreisen bleibt die Freigabe der blockierten Guthaben der wichtigste Streitpunkt. Im Gegenzug zu Sanktionserleichterungen soll Teheran bereit sein, über sein Atomprogramm zu verhandeln und Beschränkungen beim hochangereicherten Uran zu akzeptieren.