Die Wiener Festwochen haben einen geplanten Auftritt des deutschstämmigen US-Investors Peter Thiel kurzfristig abgesagt. Das teilten die Veranstalter des Kulturfestivals laut Spiegel-Bericht mit. Zuvor hatten mehrere Künstler und Beteiligte aus Protest gegen die Einladung ihre Mitwirkung zurückgezogen.
Der Auftritt war als öffentliche Diskussion mit dem Titel «Armageddon und Antichrist? Von der Theologie zur Realpolitik» vorgesehen. Festwochen-Intendant Milo Rau hatte sich für die Veranstaltung eingesetzt, Thiel hatte bereits zugesagt. Der Mitgründer des Softwareunternehmens Palantir gilt als Vertreter libertärer und rechtskonservativer Positionen und wird seit Jahren mit dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump in Verbindung gebracht.
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Nach Angaben der Festwochen führten die Absagen von Künstlern und weitere Proteste dazu, dass die Veranstaltung nicht mehr in vertretbarer Form durchgeführt werden konnte. Die Ausfälle hätten das Festival «in einem untragbaren Umfang» geschwächt, erklärten die Organisatoren. Auch aus der Wiener Stadtpolitik kam Kritik. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler sprach von einem «berechtigten» Unmut über die Einladung.
Die Entscheidung beendet eine Debatte, die weit über das Festival hinaus Aufmerksamkeit erregte. Befürworter der Veranstaltung hatten argumentiert, Thiel müsse sich in einer öffentlichen Diskussion kritischen Fragen stellen. Gegner hielten seine Einladung für unvereinbar mit den Werten des Festivals.