Ein stillgelegtes Gaskraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern soll abgebaut und in die Ukraine abtransportiert werden. Die Sefe Securing Energy for Europe GmbH erklärte, das Gaskraftwerk Lubmin werde «im Rahmen der humanitären Hilfe einem ukrainischen Kraftwerksbetreiber als Selbstabholer zur Verfügung gestellt».
Die Anlage steht am früheren Einspeisepunkt der Ostseepipeline Nord Stream und hatte eine zentrale Funktion: Sie erzeugte Prozesswärme, um russisches Erdgas vor der Weiterleitung ins deutsche Netz aufzubereiten. Mit dem Stopp der Lieferungen im Jahr 2022 entfiel dieser Zweck. Laut Unternehmen wurde der Betrieb 2023 eingestellt, da sich weder eine alternative Nutzung noch ein Käufer fand.
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Das Gaskraftwerk Lubmin ist technisch weiterhin funktionsfähig und Teil einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, die neben Wärme auch Strom erzeugt. Statt die Anlage zu verschrotten, soll sie nun demontiert, über den Industriehafen Lubmin ausser Landes gebracht und in der Ukraine wieder aufgebaut werden. Für das Unternehmen ist dies günstiger als ein vollständiger Rückbau. Gleichzeitig soll die Anlage helfen, die ukrainische Energieinfrastruktur zu stabilisieren.
Kritik kommt von der AfD vor Ort. Der Landtags- und Kreistagsabgeordnete Nikolaus Kramer bezeichnete den Vorgang als «absurd». Seine Fraktion setze sich gleichzeitig dafür ein, in Lubmin ein neues Gaskraftwerk zu bauen. Vor diesem Hintergrund sei es widersprüchlich, dass «genau dort eine voll funktionsfähige KWK-Anlage abgebaut und an die Ukraine verschenkt werden» solle. Kramer sagte: «Diese Anlage sollte der Energiesicherheit unseres Landes dienen. Ein Schlag ins Gesicht für unsere Bürger.»