In Belfast und weiteren Orten Nordirlands kommt es nach einem Messerangriff und anschliessenden Protesten gegen Einwanderung zu schweren Ausschreitungen. Laut dem Guardian wurden am Dienstagabend Fahrzeuge, Häuser und ein Bus in Brand gesetzt. Strassen wurden blockiert, während Polizei und Feuerwehr zu mehreren Einsätzen ausrückten.
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Die Unruhen folgten auf einen Messerangriff vom Montagabend im Norden Belfasts. Die Polizei erhob Anklage gegen einen 30-jährigen Asylbewerber aus dem Sudan wegen versuchten Mordes. Das Opfer, ein Mann in seinen Vierzigern, erlitt schwere Verletzungen an Augen, Gesicht und Rücken. Der Beschuldigte soll am Mittwoch vor Gericht erscheinen.
Nach Angaben der Polizei kam es an mehreren Orten zu Bränden und weiteren Störungen der öffentlichen Ordnung. Assistenz-Polizeichef Ryan Henderson appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und Gewalt zu vermeiden. Er rief zudem einflussreiche Stimmen in den Gemeinden dazu auf, friedliche Proteste zu fördern.
Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill verurteilte die Ausschreitungen scharf. Sie sprach von «gefährlichen Versuchen», den Messerangriff auszunutzen, und bezeichnete Angriffe auf Familien und Wohnhäuser als inakzeptabel. Weitere Politiker, darunter John Finucane von Sinn Féin und Justizministerin Naomi Long, kritisierten die Gewalt ebenfalls.
Der Polizeichef von Nordirland, Jon Boutcher, erklärte, es gebe derzeit keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat. Nach seinen Angaben reiste der Beschuldigte über Dublin nach Belfast und beantragte dort Asyl. Migrantische Gemeinschaften äusserten unterdessen Sorge vor weiteren Angriffen. Mehrere Geschäfte schlossen vorsorglich, und das Belfast Islamic Centre sagte Abendgebete ab.