Da wollte er mal wieder einen Schnitzer ausbügeln – und setzte sich erneut in die Nesseln.
So deutlich wie ehrlich hatte Kanzler Friedrich Merz die Ukraine wissen lassen, dass sie sich einen raschen EU-Beitritt abschminken könne.
Zu brutal. Deshalb versuchte Merz die Wogen zu glätten, indem er einen «Sonderstatus» in der EU offerierte: «assoziiertes Mitglied».
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Und nun? Wieder nicht recht. Wolodymyr Selenskyj ist gar nicht zufrieden.
Warum auch? Was Merz ihm bietet, hat er längst. Er und seine Minister nehmen schon jetzt wie selbstverständlich an allen EU-Treffen teil. Die Bündniszusage gibt es in der Realität: Die EU kämpft Schulter an Schulter mit Kiew gegen Moskau.
Das Angebot? Pillepalle. Nur als Vollmitglied wäre die Ukraine ebenbürtig mit Schwergewichten wie Deutschland und Frankreich. Drunter tut es Selenskyj nicht.
Merz hätte ausserdem Hausaufgaben machen sollen. Der Begriff «assoziiertes Mitglied» hat einen Hautgout. Die Türkei hat diesen Status – seit 1964. Das weiss man auch in Kiew.
Immerhin ist Merz sich treu geblieben: Hoffnungen wecken – und enttäuschen. Das kann er.