Die SPD-Spitze greift Bundeskanzler Friedrich Merz nun öffentlich an. Auf Veranstaltungen zum 1. Mai äusserten sich sowohl Finanzminister Lars Klingbeil als auch Arbeitsministerin Bärbel Bas kritisch zu Aussagen aus der Union.
Klingbeil sagte auf einer Kundgebung in Nordrhein-Westfalen, er sei «verwundert darüber, welch einfache Antworten mancher in der Politik» habe. Er wies Vorwürfe zurück, Bürger seien zu faul oder würden zu oft krank. «Wer so über die fleissigen Menschen in diesem Land redet, hat nicht verstanden, worum es geht», erklärte er. Die Menschen dürften «nicht von oben herab beleidigt» werden.
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SPD-Co-Chefin Bas warnte davor, Errungenschaften der Arbeiterbewegung infrage zu stellen. Aussagen, der Sozialstaat sei ein Problem oder Ballast, kritisierte sie scharf. «Ich halte das für zynisch, menschenverachtend – und deshalb müssen wir uns dagegen wehren», sagte Bas in Duisburg.
Hintergrund sind frühere Äusserungen von Merz. Der Kanzler hatte die Zahl der Krankheitstage in Deutschland als zu hoch bezeichnet und gefragt, ob diese «wirklich notwendig» seien. Zudem erklärte er, mit «Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance» lasse sich der Wohlstand nicht erhalten.