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«Gruezi» miteinander. Ich begrüsse Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von «Weltwoche Daily Spezial» Meilensteine der Schweizer Geschichte. Mein Name ist Roman Zeller und neben mir bereits steht schon Professor Christoph Mörgeli. Wir sind heute in Zoffingen, einer Stadt im Kanton Aargau. Was machen wir hier? Warum ist Zoffingen? Ein Meilenschein der Schweizer Geschichte. Grüezi miteinander. Wir stehen mitten in der Altstadt von Zoffingen auf dem Niklaus-Tut-Platz. Der erinnert an einen legendären Stadthelden, einen Schultheißen, der gefallen ist in der Schlacht bei Sempach 1386. Allerdings nicht auf Seiten der Eidgenossen, sondern auf Seiten der Habsburger. Aber er soll das Stadtbanner gerettet haben. Und das war natürlich eine Heldentat. Und warum ist jetzt Zoffingen ein Meilenstein der Schweizer Geschichte? Ist es wegen diesem Herrn Thut hinter uns oder was sind da die Gründe? Das ist hier nicht das Thema. Zoffingen als Stadt ist interessant. Wir möchten uns aber vor allem unterhalten über eine Studentenverbindung, die dann nationale Bedeutung erlangt hat und die im Jahr 1819 hier in Zoffingen gegründet wurde und sich auch nach dieser Stadt benannt hat. Was ist interessant an Zoffingen? Vielleicht kurz zu diesem Städtlein mit der wirklich schönen Altstadt. Was gibt es dazu noch zu sagen? Zoffingen ist 1201 gegründet worden von einem Graf von Frohburg. Er kam dann in den 1290er Jahren unter habsburgische Herrschaft. Zoffingen war Marktfleck, war Stadt, wurde dann auch befestigt, lag an einer wichtigen Handelsroute, nämlich Basel, Luzern und dann Richtung Gotthard, Italien. Also war eine blühende Stadt, ist dann auch weiter wichtig geblieben, allerdings nicht als Verkehrsknotenpunkt. Da wurde dann das 10 Kilometer entfernte Olten wichtiger, vor allem durch die Eisenbahn. Da wurde dann Zoffingen etwas an den Rand gedrängt, heute aber 13'000 Einwohner. Zoffingen ist auch Hauptort des gleichnamigen Bezirks und hat viele Dienstleistungsunternehmen, viele KMU. Besonders bekannt wahrscheinlich die chemische Fabrik, die pharmazeutische Fabrik Siegfried und dann auch das Verlagshaus Ringe, das von hier stammt. Die Ringes kamen als Huguenottenfamilie hier nach Zoffingen. Studentenverbindung, wann wurde die gegründet und warum hier? Die Studenten... Die Studentenverbindung der Zoffinger wurde im Sommer 1819 hier in Zoffingen gegründet. Zwischen den Städten Zürich und Bern kamen 26 Zürcher Studenten zusammen und sie trafen hier 34 Berner Studenten und sie haben den Schweizerischen Zoffinger-Verein gegründet. Der sollte eine ganz wichtige Rolle spielen im 19. Jahrhundert. bei der Bildung des Bundesstaates. Was war der Sinn und Zweck dieser Vereinsgründung? Der Sinn und Zweck war die nationale Einigung, also die Gründung eines Bundesstaates. Man war nicht mehr zufrieden bei dieser akademischen Jugend mit den herrschenden, damals restaurativ-konservativen Zuständen. Die Freiheit wurde hier etwas tangiert. und die Jugend fühlte sich da eingeschränkt. Nicht nur die Jugend, generell die liberalen Kräfte, die damals erwachten. Es war auch eine Reaktion auf das berühmte Wartburgfest in Deutschland, wo sich die deutsche Jugend, die deutschen Burschenschaften erhoben haben gegen die restaurativen und konservativen Tendenzen. Dann, glaube ich, spielte auch eine Rolle das Reformationsjubiläum. Es hat Nämlich damals eine Erinnerung stattgefunden an verschiedenen Orten, an die Einführung der Reformation durch Uldrich Zwingli in Zürich. Und dieses Jubiläumsjahr mag auch ein bisschen dazu beigetragen haben, dass man sich hier getroffen hat und eine Studentenverbindung gründete. Was waren das für Studenten? Sind die namentlich bekannt, bedeutend? Es sind schon namentlich bekannte Leute. Heute allerdings sind die späteren Mitglieder dann sicher bekannter geworden. Ich denke da an einen Alfred Escher beispielsweise, aber auch Karl Gustav Jung, der Psychiater war, beispielsweise. Zoffinger, dann Henri Guisson ist zu nennen, der verschiedenste Schriftsteller, wie eben Jeremias Gotthelf oder Charles-Ferdinand Ramy aus der Waadt war ein Zoffinger. Also es gab eine ganze Reihe, abgesehen dann auch von bekannten Politikern, die wirklich heute noch eine Rolle spielen und die man kennt. Wie waren die Anfänge dieser Studentenverbindung? Ging da ein Ruck? Durch die Studentenschaft oder war das eher auf weisen Pfoten? Es ging schon relativ schnell. Zuerst gab es Verbindungen in Zürich und Bern, ein Jahr später schon kam Luzern dazu. Und dann in recht rascher Folge gab es Sektionen in Basel, es gab es in der Westschweiz, nämlich in Lausanne, aber auch in Genf, in Neuenburg. Es gab sie im Tessin, also alle Sprachgruppen waren vertreten. Dann natürlich auch in St. Gallen. Und es gibt heute noch etwa 13 Verbindungen oder Unterverbindungen der Zoffinger, wobei ungefähr vier Mittelschulverbindungen sind und geblieben sind. Und was wurde in diesen Studentenverbindungen damals im frühen 19. Jahrhundert? Praktiziert war das beeinflusst durch die deutsche Kultur? War das etwas ganz Neues, was da entstanden ist? Die deutsche Kultur spielte schon eine Rolle und auch die entsprechenden Sitten, die dann eingeführt wurden. Nach einiger Zeit, glaube ich, zuerst in Basel wurde der Gommon eingeführt, der Biergommon, wie er bekannt ist natürlich in Studentenkreisen. Dann gab es natürlich eine Devise. Patrie, Amicitie, Literis, also für das Vaterland, für die Freundschaft und die Wissenschaft. Man trug Farben, nämlich die rot-weiss-roten, eine entsprechende Mütze, die weiss war, aber dieses Band dann auf Wies, das erinnert auch an die Stadtfarben von Zoffingen. und die Zoffinger haben sich seit 1819 alljährlich zu ihrem Zentralfest hier in Zoffingen eingefunden. Also die Bezüge zu dieser Stadt sind geblieben aktuell bis heute. Und da kommen dann sehr zahlreiche Studierende zusammen. Es gibt mehrere hundert Zoffinger in der Schweiz und wahrscheinlich etwa 2.000 bis fast 2.500 alte Herren. Denn die Zoffinger sind wie die meisten Studentenverbindungen eine Lebensverbindung. Also man bleibt in der Regel lebenslang dabei. Zu diesem Kommo, um was geht es da genau? Wie streng wird das gehandhabt? Der Kommo spielt eine Rolle, also wie man sich aufführt. Der Kommerz spielt natürlich eine Rolle, doch übernommen aus Deutschland. Und es wurden da Sitten eingeübt, auch natürlich die Rednergabe trainiert, dass man eben später sich dann auch in einem Beruf oder in einem öffentlichen Amt entsprechend bewährt. die... Zoffinger haben einen liberalen Hintergrund, wie ich gesagt habe. Man darf auch sagen, dass Zoffingen eine freisinnige Hochburg war, über sehr, sehr lange Zeit, teilweise auch noch ist. Also Zoffingen hat hier ebenfalls eine liberale Vergangenheit. Übrigens waren die Zoffinger gar nicht so glücklich 1798, als die bernische Herrschaft hier abgelöst wurde, die seit 1415 hier geherrscht hat. Man hat sich da gut arrangiert, man hat auch viele Rechte behalten können, auch unter bernischer Oberaufsicht. Aber es kam dann zum Kanton Aargau und hier in Zoffingen hat man im selben Jahr, als die Zoffinger sich vereinigt haben für eine Studentenverbindung, Zoffinger in Anführungszeichen, wie gesagt Berner und Zürcher, im selben Jahr 1819 wurde die Stadtbefestigung geschleift. Man hat also Tore. grossen Teils und eben auch die Mauern abgerissen. Inwiefern haben die Zoffinger, die Studentenverfindung, die Geschichtsschreibung der Schweiz maßgebend beeinflusst? Man kann sagen, die Zoffinger haben einen grossen Einfluss gehabt in diesem jungen Bundesstaat. Es waren zahlreiche, also weit mehr als ein Dutzend Parlamentarier des ersten Parlaments von 1848. sich. Es waren insgesamt bis heute 21 Bundesräte Zoffinger. Also man sieht, sie haben eine lange Reihe von Politikern auch gestellt. Aber auch sonst in öffentlichen Ämtern sind die Zoffinger hervorgetreten. Übrigens auch als Künstler. Ich hätte da beinahe Albert Anker vergessen. Oder Ferdinand Hodler, ebenfalls Zoffinger. Also es war die erste Sahne in verschiedensten Bereichen. der späteren Gesellschaft, die sich eben hier eingeübt hat, später Verantwortung zu übernehmen für das Vaterland, wie ich gesagt habe, aber eben auch in Freundschaft und im Dienste der Wissenschaften. Gab es auch Bundesräte? Es gab 21 Bundesräte, die die Zofinger gestellt haben. Ich kann mich an eine Bundesratswahl vom Dezember 1977 erinnern. Erinnern, Entschuldigung, da waren zwei Bundesräte gleichzeitig gewählt, die zu Finger waren, nämlich der Zürcher Freisinnige Fritz Honecker und der Neuenburger Sozialdemokrat Pierre Aubert. Also doch bis in neueste Zeit eine gewisse Bedeutung, wenn natürlich die Studentenverbindungen insgesamt seit den 1968er Jahren etwas an Einfluss verloren haben. Wollte ich gerade fragen, wie war... War das relativ eine konstante Bewegung, eine Konstante der Schweiz sozusagen? Oder gab es da auch Krisenjahre? Es gab durchaus auch Krisenjahre, es gab Abspaltungen, es gab Krach und Zoff. Zum Beispiel haben sich bei den Zoffingern die liberal-radikalen, sagen wir mal eher die linksfreisinnigen, abgespalten von den eher liberal-konservativ gebliebenen Zoffingern. Das wurde dann die... Helvetia als Verbindung, auch die, die Helveter, die dann eben schlagend waren im Gegensatz zu den Zoffingen, die zweimal oder noch mehr ein Mensurverbot ausgesprochen haben, waren dann die Helveter eben schlagend. Auch die Helveter haben eine ganze Reihe von liberal-radikalen freisinnigen Politikern gestellt im Laufe der Zeit und wegen dieser Mensurfrage Okay. Wegen der Duellfrage haben sich in Zürich beispielsweise auch die Neuzofinger abgespalten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Zofinger-Verein. Wie war das generell mit der Studentenverbindungsbewegung? Waren da die Zofinger eine Art Pionierverbindung, die andere zum Nachahmen begeistert haben, angestiftet haben? Was würdest du generell sagen über die Studentenverbindungsgeschichte der Schweiz? So ist es. Die Zoffinger sind die grösste, die älteste, die traditionsreichste Studentenverbindung der Schweiz. Es gab dann Nachahmungen, es gab Abspaltungen. Ganz wichtig 1841 der katholisch-konservative Studentenverein, der sich da konstituiert hat und der eben vor allem die nachwachsende katholische Jugend aufgenommen hat. Die Zoffinger hatten allerdings auch Katholik. liberale Katholiken in ihren Reihen. Sie waren eben auch in Luzern und anderswo aktiv, also auch in katholischen Gebieten. Aber die katholisch-konservativen haben sich doch in den Reihen des Studentenvereins getroffen und dann auch bis in neuere Zeit Bundesräte gestellt. Auch heute gibt es durchaus Mitglieder des Studentenvereins, die im Bundesrat sitzen. Da kommt mir spontan... und dann Martin Pfister in den Sinn. Was war eigentlich über die Jahre oder Jahrhunderte die Beziehung von Universität und Studentenverbindung? Wie war da die Einflusssphäre? Hatte man da etwas zu sagen, beizusteuern, oder war man da völlig separiert voreinander? Die organisierte Studentenschaft war einerseits von der Universitätsleitung nicht negativ beurteilt, insofern als man doch einen Ansprechpartner hat. und doch gewisse disziplinarische Regeln durchzusetzen versuchte. Andererseits gab es natürlich viel Jux und Übermut dieser Studenten, die dann ja manchmal im berühmten Karzer und dann auch mit entsprechenden Strafmassnahmen geahndet wurden. Also das war so ein bisschen ambivalent, würde ich mal sagen, das Verhältnis der Universitätsleitungen. Aber wenn es dann zu Krisen kam, haben dann doch einflussreiche Altherren... wieder gesorgt, dass da Ruhe einkehrt. Also in der Regel war das Verhältnis nicht schlecht. In neuster Zeit hatten wir Schlagzeilen aus Lausanne von der ETH, weil da die ETH die Zoffinger nicht mehr dulden wollte als offizielle Studentenvereinigung, weil eben die Zoffinger keine Frauen aufnehmen. Bis heute ist es eine männliche Verbindung. 1974 wurde aber das Nationalitätenprinzip aufgegeben. Also seit da muss man nicht mehr Schweizer Bürger sein. Aber es sind immer noch Männer. Und das Bundesgericht hat dann dieses Urteil bestätigt. Also die ETH Lausanne muss die Zoffinger nicht offiziell anerkennen und ihnen auch entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Haben Frauenverbindungen eine Geschichte? Gibt es das überhaupt? Wie kamen die auf? Gibt es dazu etwas zu sagen? Die Frauenverbindungen kamen dann doch vor allem im Laufe der 68er Jahre auf. Es gab reine und gibt reine Frauenverbindungen. Es gibt gemischte Verbindungen, also Verbindungen, die sich den Frauen geöffnet haben. Da sind vor allem auch Sektionen des Studentenvereins vorangegangen, die eben da wirklich Pionierdienste geleistet haben. Andere Verbindungen sind bis heute rein männlich. was aber in der Regel nicht geahndet werden kann oder nicht grossen Anstoss erregt, weil es sich ja um private Vereinigungen handelt. Wie präsent, wie beliebt waren Studentenverbindungen oder sind Studentenverbindungen heute in der Studentenschaft? Oder war es üblich, dass man dazugehört? War man ein Exot, wenn man dazugehörte? Und wie ist es heute? Im 19. Jahrhundert war tatsächlich ein grosser Teil der Studentenschaft, weitgehend männlich natürlich, bis dann das Frauenstudium erlaubt wurde, Ende der 1860er Jahre, zuerst in Zürich. Das war eine männliche Angelegenheit und da waren die Studenten schon in der Regel organisiert. Es gab auch «Wilde», das war aber eine Minderheit, die keiner Verbindung angehörten. Und das hat sich dann im 20. Jahrhundert etwas geändert, vor allem, wie gesagt, dieses Jahr 68. Also da sind die Studenten, die Farben tragen und die einer Verbindung angehören, zweifellos in der Minderheit. Sie gelten dann in der Regel auch als etwas konservativ, gesellschaftspolitisch und auch sonst, was nicht unbedingt der Fall ist. Gerade die Zoffinger hatten... Sie hatten im 20. Jahrhundert durchaus einen sozialistischen Flügel, sie hatten einen pazifistischen Flügel. Die Zoffinger gelten bis heute als liberale, offene Verbindung, die aber gerne die politische Diskussion sucht. Da gibt es wiederum andere Verbindungen, wie beispielsweise in Bern und Zürich die Singstudenten, die strikt konfessionell und politisch neutral sind. eben sich im Gesang dann treffen, allerdings wahrscheinlich den strengsten Biercomment haben, den ich jedenfalls kenne. Ich glaube, das ist man dann wieder sehr strikt. Was würdest du sagen, was zeichnet die Zoffinger aus? Klischeehaft könnte man anfügen, das ist ein reiner Networking-Bund. Die schliessen sich zusammen und bereiten einen aufs spätere Berufsleben vor. Ist es mehr als das? Was zeichnet die Zoffinger aus? Die Zoffinger zeichnet eine grosse Diskussionsfreude aus. Sie organisieren aktiv Anlässe mit Referenten, diskutieren Themen, die öffentlich interessant sind. Vielleicht ist man da bezüglich Trinksitten dann eher etwas freier. Also da herrscht nicht unbedingt der absolute Trinkzwang und man gibt eben auch keine Mensuren. also so gesehen. Ist der Zoffinger-Verein eine relativ liberale Studentenverbindung? Und es stellt sich die Frage, wie lange sich die Zoffinger noch der Aufnahme von Frauen widersetzen. Das könnte natürlich auch als Prinzip dann hinfällig werden. Inwiefern unterscheiden sich Schweizer Verbindungen von deutschen Verbindungen oder von österreichischen Verbindungen? Die Schweizer Verbindungen sind zweifellos nicht nationalistisch ausgerichtet. Was wir jetzt kennen, beispielsweise aus Österreich, was wirklich dann aus der rechten politischen Ecke kommt, ist in der Schweiz nicht ausgeprägt, sondern es herrscht eher doch der Grundsatz der Toleranz. Natürlich ist man überzeugt Schweizer, das ist bei den meisten Verbindungen so, Aber eben, dass man da irgendwie die Nation ins Zentrum stellt oder eben dann auch wie in Österreich halt Gewissen. alldeutschen Ideen nachtrauert, ist und war natürlich in der Schweiz nicht der Fall. Es gab einzelne germanophile Verbände und Vereinigungen, die waren dann aber natürlich nach dem Zweiten Weltkrieg diskreditiert. Was ist heute der Einfluss gesellschaftlich, politisch, auch in der Wirtschaft vielleicht, von Studentenverbindungen? Gibt es einen Einfluss überhaupt noch oder ist das inexistent? Es kommt sicher auf die Berufe an. Es gibt gewisse Berufe, wo es von Vorteil sein kann. Wenn man beispielsweise die juristische Karriere anstrebt, dass man da alte Herren trifft, die vielleicht ein Anwaltsbüro haben, die einem irgendwo eine Möglichkeit eröffnen, ins Berufsleben einzusteigen. Andere Berufe haben das wohl deutlich weniger. Und man lernt sich ja jeweils in einer solchen Verbindung sehr gut kennen, auch in Krisensituationen, unter Stress, unter vielleicht unangenehmen Umständen. Und da muss es nicht unbedingt nur ein Vorteil sein, sondern es kann auch sein, dass man sagt, ich kenne den von der Verbindung, von dem halte ich gar nichts. Der hat das und das gemacht und hat sich so und so verhalten. Also nur von Vorteil ist es nicht, aber wenn man natürlich überzeugt und da entsprechend auch. Kameraden findet und ein Netzwerk sich aufbauen kann, dürfte das immer noch teilweise von Vorteil sein. Wie sieht die Zukunft von Studentenverbindungen aus? Haben Studentenverbindungen überhaupt eine Zukunft? Es verläuft in Wellen und es ist ganz schwierig, das vorauszusagen. Es gibt Verbindungen, die sind unweigerlich zusammengebrochen und die können nicht mehr aufrechterhalten werden. Gerade die Mittelschulverbindungen kämpfen auch durch die Verkürzung der Gymnasialzeiten. Das ist nicht sehr einfach. Bei den Zoffingen merkt man das ebenfalls, dass hier ein Druck herrscht. Es gibt andere Verbindungen. die zumachen mussten, andere wiederum blühen. Und es ist ja halt vom Grundprinzip so, dass wenn eine Verbindung stark ist, sie durch diese Stärke noch mehr Stärke anzieht. Und dann merkt man, dass da etwas läuft und dass das sprudelt und lebt. Und dann kommen auch die entsprechenden Nachwuchskräfte. Und wenn da halt wenig läuft und wenn da wenig Leute sind, ist das vielleicht etwas schwieriger, dann wieder in Schwung zu bringen. Was haben wir vergessen? Was gibt es noch zu sagen über die Zoffinger, über die Stadt Zoffingen, über Studentenverbindungen generell? Man darf sagen, dass diese Stadt Zoffingen eine grosse Rolle spielt im Leben dieser Zoffinger. Also man hat hier gewissermassen eine Heimat, ein Rütli, einen Gründungsort und kommt darum auch gern immer wieder am selben Ort zusammen. Der Studentenverein beispielsweise führt sein zentrales Fest jeweils an. anderen, an wechselnden Orten durch, aber hier bildet doch Zoffinger für den Schweizerischen Zoffinger-Verein, für die sogenannte Zoffingia, einen festen Anker. Und dazu gehört natürlich auch der berühmte Zoffinger-Marsch, ein Marschlied, das in der Schweizer Musikliteratur eine traditionell starke Stellung hat und auch sehr eingängig klingt. Hat Gesang einen Schellenwert bei den Zoffingern, by the way? Es wird in den... Die Studentenverbindungen sind durchaus gesungen. Man hat das studentische Liedgut vielfach auch aus Deutschland übernommen. Aber es wird in der Regel dann einstimmig gesungen, während die Singstudenten einen Chor bilden und durchaus den vierstimmigen Männerchor gesangt pflegen. Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank für deine Ausführungen. Ihnen danken wir ganz herzlich für die Aufmerksamkeit. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Bis zum nächsten Mal bei Weltwoche. Daily Spezial und vor allem bis zum nächsten Mal bei Meilenstein der Schweizer Geschichte. Vielen Dank.

Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Zofingen, Entstehungsort der ältesten Studentenverbindung der Eidgenossenschaft

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Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph Mörgeli über Zofingen, Entstehungsort der ältesten Studentenverbindung der Eidgenossenschaft
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Kapitel

  1. Einführung und Begrüssung
  2. Warum Zoffingen ein Meilenstein der Schweizer Geschichte ist
  3. Historische Bedeutung von Zoffingen
  4. Gründung der Studentenverbindung in Zoffingen
  5. Geschichte und Entwicklung der Stadt Zoffingen
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