Zehn Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern verschieben sich die politischen Mehrheitsverhältnisse überraschend. Zwar bleibt die AfD mit deutlichem Abstand stärkste Kraft, doch eine neue Umfrage eröffnet der bisherigen Regierungsseite wieder die Chance auf eine Mehrheit. Das geht aus einer Infratest-Dimap-Erhebung für den NDR hervor, über die zunächst die Bild berichtete.
Philip Dulian/DPA/Keystone
Demnach kommt die AfD auf 36 Prozent und bleibt klar vorne. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verbessert sich jedoch gegenüber Mai um zwei Prozentpunkte auf 29 Prozent und verringert den Rückstand. Entscheidend könnte ausgerechnet das Abschneiden der Grünen werden: Sie erreichen in der Umfrage 5 Prozent und würden damit knapp wieder in den Landtag einziehen. Gemeinsam mit der Linken, die bei 12 Prozent liegt, käme Rot-Rot-Grün auf eine hauchdünne parlamentarische Mehrheit. Schwesig könnte damit trotz Platz zwei ihrer Partei Ministerpräsidentin bleiben.
Auch bei der Beliebtheit der Spitzenkandidaten legt Schwesig zu. In einer Direktwahl würden sich 49 Prozent der Befragten für sie entscheiden. AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm erreicht 27 Prozent.
Für die CDU fällt die Umfrage dagegen ernüchternd aus. Sie kommt nur noch auf 9 Prozent und liegt damit weit hinter AfD und SPD. Das Bündnis Sahra Wagenknecht würde mit 4 Prozent den Einzug in den Landtag ebenso verpassen wie die FDP. Damit könnte am 20. September ausgerechnet das Abschneiden der Grünen darüber entscheiden, ob Mecklenburg-Vorpommern erstmals von einer rot-rot-grünen Koalition regiert wird.