Der Iran verändert mit massenhaft eingesetzten Billigdrohnen die Logik moderner Kriegsführung. Das berichtet die Welt unter Berufung auf Militäranalysen und Einschätzungen von Denkfabriken.
Konkret stehen amerikanische Abfangraketen des Typs Patriot im Wert von rund vier Millionen Dollar pro Stück iranischen Drohnen gegenüber, die zwischen 20.000 und 50.000 Dollar kosten. Laut Bericht wurden seit Kriegsbeginn mehrere Tausend solcher sogenannten Shahed-Drohnen eingesetzt. Die Strategie: Masse statt Präzision. US-Generäle räumen ein, dass nicht alle Flugkörper abgefangen werden können.
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Experten sprechen von einer Verschiebung der militärischen Grundökonomie. «Die Dynamik auf dem Schlachtfeld hat sich verschoben», sagt ein Analyst des Atlantic Council. Eine militärisch unterlegene Seite könne heute mit vergleichsweise einfachen Mitteln erheblichen Druck erzeugen und gleichzeitig die Ressourcen eines technologisch überlegenen Gegners aufzehren.
Auch eine Studie der Brüsseler Denkfabrik Bruegel warnt vor strukturellen Nachteilen für westliche Armeen. «Die Produktionskapazität ist entscheidend», heisst es dort. Während die USA jährlich Hunderte Abfangraketen herstellen, produziert der Iran offenbar Tausende Drohnen pro Monat. Das verschärft das Ungleichgewicht zwischen Angriff und Verteidigung zusätzlich.
Ähnliche Entwicklungen zeigen sich im Ukraine-Krieg. Dort spielen unbemannte Systeme inzwischen eine zentrale Rolle. Schätzungen zufolge gehen grosse Teile der Verluste auf Drohneneinsätze zurück. Der Einsatz klassischer Waffensysteme tritt damit zunehmend in den Hintergrund.
Als Reaktion arbeiten die USA und Verbündete an kostengünstigeren Abwehrmethoden, darunter Laserwaffen und wiederverwendbare Drohnen. Ziel ist es, die Kosten pro Abwehr massiv zu senken und das finanzielle Ungleichgewicht auszugleichen.