US-Vizepräsident J. D. Vance hat erstmals öffentlich zur historischen Wahlniederlage des langjährigen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán Stellung bezogen. Trotz des deutlichen Machtwechsels in Budapest nach sechzehn Jahren Orbán-Regierung verteidigte Vance seine persönliche Schützenhilfe im Wahlkampf als «richtige Entscheidung».
Vance war vor dem Urnengang persönlich nach Budapest gereist, um den ungarischen Regierungschef zu unterstützen (die Weltwoche berichtete). Dass Orbán nun trotz dieser Unterstützung verlor, wertet Vance nicht als Scheitern seiner Mission. Im Gespräch mit Fox News räumte er ein, dass man sich der schwierigen Umfragewerte bewusst war, betonte aber den moralischen Aspekt der Reise: «Wir sind nicht dorthin gereist, weil wir erwartet haben, dass Viktor zu einem Wahlsieg spaziert. Wir sind dorthin gereist, weil es das Richtige war, hinter einer Person zu stehen, die sehr lange zu uns gestanden hat.»
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Der Vizepräsident wies Vorwürfe zurück, die Unterstützung sei ein falsches Signal angesichts von Orbáns Nähe zu Russland gewesen. Vielmehr habe er Orbán als verlässlichen Partner für die USA geschätzt, der in Brüssel oft als einziger Widerstand gegen US-kritische Bürokratie geleistet habe. Wenn europäische Regulierer gegen amerikanische Unternehmen vorgingen, sei Orbáns «Nein-Stimme» oft der einzige Schutz für US-Interessen gewesen. «Es ging nicht um Russland und im Grunde ging es nicht um Europa. Es ging um die Vereinigten Staaten», stellte Vance klar.
Obwohl Vance sein Bedauern über den Wahlausgang ausdrückte und Orbáns Erbe als «transformativ» würdigte, gab er sich für die Zukunft pragmatisch. Man werde sicher «sehr gut mit dem nächsten Ministerpräsidenten von Ungarn zusammenarbeiten». Sein Fazit bleibt dennoch eine Absage an rein taktisches Denken: Es sei es wert, zu Partnern zu stehen, auch wenn man wisse, dass man «nicht jedes Rennen gewinnt».