Der russische Politologe Sergei Karaganow, einflussreicher Berater des Kreml, hat in einem Interview mit dem US-Journalisten Tucker Carlson drastische Drohungen gegen Europa ausgesprochen.
Sollte der Ukraine-Krieg weitergehen, müsse Russland Europa «bestrafen», notfalls auch mit Atomwaffen. Deutschland und Grossbritannien bezeichnete er dabei ausdrücklich als mögliche Ziele.
Karaganow erklärte, der Krieg könne erst enden, «wenn Russland Europa besiegt». Man kämpfe nicht gegen die Ukraine, sondern gegen «das böse Europa, das die Quelle fast allen Übels in der Geschichte der Menschheit» sei. Europa habe zwei Weltkriege ausgelöst, leide unter moralischem und geistigem Verfall und werde von inkompetenten Eliten regiert.
Sollte Russland militärisch in Bedrängnis geraten, werde es Atomwaffen einsetzen, warnte Karaganow: «Wenn Russland jemals einer Niederlage nahekommt, wird es Nuklearwaffen einsetzen – und Europa wird physisch beendet.»
Ziel müsse es sein, den Europäern «wieder Angst vor dem Krieg» zu machen, notfalls durch die Drohung begrenzter Nuklearschläge. Er kritisierte Präsident Putin zugleich als «zu vorsichtig» und «zu geduldig».
Wörtlich sagte Karaganow: «Deutschland sollte das erste Ziel sein, weil Deutschland die Quelle des Schlimmsten in der europäischen Geschichte ist.» Auch Grossbritannien nannte er als mögliches Angriffsziel.
Im Fall eines Attentats auf Putin drohte Karaganow offen mit der Auslöschung Europas: «Europa würde von der geopolitischen Landkarte der Menschheit verschwinden.» Zunächst mit konventionellen Waffen, danach in «Wellen von Nuklearschlägen».
Gleichzeitig stellte er die russisch-chinesische Allianz als strategische Stärke dar und bezeichnete westliche Sanktionen als «Segen», weil sie Russland gezwungen hätten, «seine Seele wiederzufinden».
Die Vorschläge von US-Präsident Trump für einen Waffenstillstand lehnte Karaganow als unzureichend ab: Sie lösten nicht das «eigentliche Problem», nämlich die «europäische Feindseligkeit».