Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) kritisiert das Kostenmanagement bei der Gesundheitsversorgung von Asylsuchenden in den Bundesasylzentren. Laut einem veröffentlichten Bericht beliefen sich die Gesundheitskosten 2023 auf insgesamt 65,5 Millionen Franken. Das entspricht rund 14 Prozent der gesamten Betriebskosten der Zentren.
Die EFK beanstandet insbesondere das Versicherungsmodell des Staatssekretariats für Migration (SEM) mit dem Versicherungskonzern CSS. Der Vertrag sei 2019 nach einer gescheiterten Ausschreibung abgeschlossen und seither mehrfach verlängert worden, ohne dass vertiefte finanzielle Analysen zu möglichen Alternativen vorgenommen worden seien. Das SEM wisse bis heute nicht, ob dadurch Mehrkosten entstanden oder Einsparungen verpasst worden seien, heisst es im Bericht.
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Kritisch beurteilt die Finanzkontrolle auch die Erhöhung der Franchise von 300 auf 1500 Franken im Jahr 2021. Laut EFK profitierte davon vor allem die Rentabilität der CSS, während die finanzielle Belastung des Bundes zunahm. Allein 2023 hätten mit einer besser abgestimmten Franchise laut Berechnungen rund 1,5 Millionen Franken eingespart werden können.
Die Kontrolleure bemängeln zudem Schwächen beim Kostenmanagement. Weder das SEM noch die CSS verfügten über präzise Angaben zu Verwaltungs- und Administrativkosten. Teilweise seien gelieferte Daten fehlerhaft gewesen, ohne dass dies bemerkt worden sei. Zudem fehle ein nationales Dashboard zur Überwachung der Gesundheitskosten in den Asylzentren.
Der Bericht zeigt auch deutliche regionale Unterschiede. Die Gesundheitskosten pro asylsuchender Person und Tag reichen von 13,9 Franken im Tessin und in der Zentralschweiz bis zu 19,4 Franken in Zürich. Das SEM erklärte, das neue Versicherungsmodell sei bereits per 1. Januar 2026 eingeführt worden. Zudem sei die Franchise wieder auf 300 Franken gesenkt worden.