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Korruptionsverdacht gegen einen einst hochrangigen Strippenzieher in der Ukraine: Selenskyjs engster Vertrauter Andrij Jermak angeklagt

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Korruptionsverdacht gegen einen einst hochrangigen Strippenzieher in der Ukraine: Selenskyjs engster Vertrauter Andrij Jermak angeklagt
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Das Machtzentrum der Ukraine wird von einer schweren Korruptionsaffäre erschüttert. Die Spezialisierte Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (Sapo) hat Anklage gegen einen ehemaligen Leiter des Präsidialamts erhoben.

Nach Informationen des Kyiv Independent handelt es sich dabei um Andrij Jermak (54), den einstigen Stabschef und Chefunterhändler für Friedensgespräche mit Russland.

Die Vorwürfe gegen den ehemaligen «Strippenzieher» wiegen schwer. Er wird beschuldigt, in einen Korruptionskomplex rund um den staatlichen Atomkonzern Energoatom verwickelt zu sein. Ermittler gehen zudem davon aus, dass er Teil eines Systems war, das Gelder für den Bau luxuriöser Anwesen nahe Kiew abzweigte. Besonders brisant ist der Verdacht, dass eines dieser Häuser direkt für Jermak selbst bestimmt war.

Ludovic Marin/AP/Keystone
Andrij Jermak und Rustem Umerov bei einem Treffen im Elysée-Palast
Ludovic Marin/AP/Keystone

Bereits im November 2025 tauchte Jermaks Name in Berichten der Ukrajinska Prawda auf, wobei Ermittler ihn intern unter dem Codenamen «Ali Baba» geführt haben sollen.

Es handelt sich um eine der grössten Korruptionsaffären während der Amtszeit von Präsident Selenskyj. Insgesamt geht es um eine Summe von rund 100 Millionen US-Dollar. Neben Jermak wurden bereits acht weitere Verdächtige angeklagt, darunter der frühere Minister German Galuschtschenko und Ex-Vizepremier Oleksij Tschernyschow.

Die persönliche Nähe zwischen Selenskyj und Jermak verleiht dem Fall eine besondere Dimension. Beide kennen sich aus der Filmbranche, und Jermak galt seit 2019 als die wichtigste Vertrauensperson des Präsidenten.

Nachdem der Druck durch Hausdurchsuchungen im Zuge des Energoatom-Skandals Ende 2025 zu gross wurde, trat Jermak schliesslich zurück. Er selbst kündigte an, sich erst nach Abschluss der Ermittlungen umfassend zu den Vorwürfen zu äussern.

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