Federica Mogherini, Rektorin des Europakolleg in Brügge, ist ihren Job los. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die 52-jährige ehemalige EU-Chefdiplomatin wegen mutmasslichen Betrugs und Korruption.
Mogherini wird unter anderem vorgeworfen, Gelder in den Jahren 2021 und 2022 veruntreut zu haben. Auch soll das von ihr geleitete Europakolleg vom Auswärtigen Dienst der EU bei der Vergabe des sogenannten European Diplomatic Academy Programme bevorzugt worden sein.
Elena Ginzburg/Wikimedia Commons
Interessant aus einer Schweizer Perspektive: Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat mehrere Millionen Franken an das Europakolleg gezahlt. Das SBFI finanzierte in den vergangenen fünf Jahren 17 Stipendien im Wert von knapp einer halben Million Franken.
Seit 1973 fliessen zudem jährlich 20 000 Franken nach Brügge, wodurch die offizielle Schweiz wiederum Mitspracherechte erhält. Rita Adam, seit 2021 Chefin der Mission der Schweiz bei der EU, sitzt im Verwaltungsrat der Hochschule. Das Gremium ist mitverantwortlich in Finanzierungs- und Schulpolitikfragen.
Unklar ist, was genau Adam und mit ihr der Verwaltungsrat über die Tätigkeiten von Mogherini wusste; etwa über die Vergabe, welche nun die Staatsanwaltschaft genauer unter die Lupe nimmt. Auf Nachfrage gibt sich das Staatssekretariat für Bildung bedeckt: «Der Verwaltungsrat des Collège d’Europe wurde über den Start des European Diplomatic Academy Programme 2022/2023 informiert.»
Für Mogherii gilt die Unschuldsvermutung.