Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hält es für möglich, dass die Ukraine zur Beendigung des Krieges Territorien aufgeben muss. «Eines der Szenarien wäre, Gebiete aufzugeben. Das wäre unfair. Aber für den Frieden, einen vorübergehenden Frieden, könnte das vielleicht eine Lösung sein», sagte der frühere Boxweltmeister laut einem Bericht der britischen Zeitung The Times. Klitschko äusserte sich nur wenige Stunden nach einem der schwersten Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt seit Beginn des Krieges. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben.
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Mit seiner Aussage stellt sich Klitschko gegen das offizielle Narrativ Kiews, das bislang jegliche territoriale Zugeständnisse kategorisch ausschliesst. Gleichwohl betonte er: «Wir werden eine Besatzung niemals akzeptieren.»
Die Bemerkung wiegt umso schwerer, als es sich um die erste derartige Äusserung eines ranghohen Vertreters der ukrainischen Politik seit Beginn der von den USA lancierten Verhandlungen im Februar handelt. Während Präsident Selenskyj weiterhin Verhandlungen mit Moskau untersagt, bröckelt die Geschlossenheit innerhalb der Führung zunehmend. Beobachter sprechen bereits von einem strategischen Dammbruch.
US-Journalist Seymour Hersh zitierte unlängst einen Geheimdienstler mit den Worten: «Der Krieg ist vorbei, Russland hat gewonnen.» Laut Hersh ist die Ukraine nicht mehr in der Lage, ihre Offensiven fortzusetzen. Die USA hielten jedoch «die Lüge aufrecht», dass ein ukrainischer Sieg noch möglich sei.
Auch das US-Magazin Time berichtete jüngst von wachsender Isolation und Erschöpfung in der Präsidialkanzlei. Präsident Selenskyj wirke verändert, seine Hoffnung auf einen Endsieg sei kaum noch vermittelbar – weder an die Truppe noch an die Alliierten.