Die USA verschärfen den Ton gegenüber ihren europäischen Verbündeten. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, dass Staaten, die ihre Verteidigungsausgaben nicht deutlich erhöhen, künftig mit Veränderungen im Verhältnis zu Washington rechnen müssten. «Verbündete, die sich weigern, ihren Teil zur gemeinsamen Verteidigung beizutragen, werden eine klare Veränderung darin erleben, wie wir Geschäfte machen», sagte Hegseth am Sicherheitsdialog Shangri-La Dialogue in Singapur.
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Der Minister knüpfte damit an die Linie von Präsident Donald Trump an, der seit Jahren mehr militärisches Engagement der europäischen Nato-Staaten fordert. Nach Hegseths Darstellung hätten freundliche amerikanische Appelle lange Zeit wenig Wirkung gezeigt. Nun würden viele Verbündete zwar aufholen, doch Washington erwartet weitere Anstrengungen.
Im vergangenen Jahr hatten sich die Nato-Staaten grundsätzlich darauf verständigt, ihre verteidigungsrelevanten Ausgaben langfristig auf fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts auszubauen. Zahlreiche Länder bezweifeln allerdings, dieses Ziel in absehbarer Zeit erreichen zu können.
Hegseth machte deutlich, dass die neue amerikanische Administration die Lastenteilung zur zentralen Messgrösse für Bündnistreue erhebt. «Kein Trittbrettfahren», sagte er und lobte Länder wie Südkorea, Japan, Australien und die Philippinen für ihre steigenden Verteidigungsbudgets. Selbst die geplante Verdoppelung der Militärausgaben Neuseelands von einem auf zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts bezeichnete er als unzureichend. «Wenn ich ehrlich bin, sind zwei Prozent nicht genug, und damit ist das Trittbrettfahren», sagte Hegseth.
Die Aussagen dürften in Europa aufmerksam verfolgt werden. Sie fallen in eine Phase, in der zahlreiche Regierungen ihre Verteidigungsausgaben bereits erhöhen, zugleich aber mit hohen Schuldenständen, schwachem Wirtschaftswachstum und wachsendem innenpolitischem Widerstand gegen zusätzliche Milliarden für das Militär konfrontiert sind. Die Botschaft aus Washington lautet dennoch unmissverständlich: Wer den amerikanischen Schutzschirm will, soll dafür künftig deutlich tiefer in die eigene Tasche greifen.