China hat seine installierte Kernkraftleistung auf 125 Millionen Kilowatt erhöht und liegt damit weltweit an der Spitze. Das berichtet die chinesische Zeitung Global Times unter Berufung auf einen Bericht der China Nuclear Energy Association (CNEA).
Demnach betreibt das Land derzeit 60 kommerzielle Reaktoren. Weitere 36 Anlagen sind im Bau – mehr als die Hälfte aller weltweit entstehenden Kernkraftwerke. Zusätzlich sind 16 Reaktoren genehmigt, deren Bau noch aussteht. Die Dynamik bleibt hoch: Allein in diesem Jahr hat China den Bau von zwei neuen Einheiten gestartet und plant, sieben weitere ans Netz zu bringen.
Xinhua/Keystone
Die Zahlen unterstreichen Chinas strategischen Ausbau der Atomenergie. Der Sektor gilt als zentraler Pfeiler der Energiepolitik und als Instrument zur Sicherung der Stromversorgung bei gleichzeitigem Ausbau CO₂-armer Energiequellen. Mit dem massiven Zubau festigt Peking seine Rolle als grösster Bauherr von Kernkraftwerken weltweit.
Langfristig verfolgt die Führung ehrgeizige Ziele. Laut Angaben des Staatsrats strebt China an, bis 2030 zu einer «starken Kernkraftnation» aufzusteigen. Die kontinuierliche Erweiterung der Kapazitäten sowie die hohe Zahl laufender Projekte deuten darauf hin, dass dieses Ziel systematisch verfolgt wird.
International verschiebt sich damit das Kräfteverhältnis im Nuklearsektor weiter in Richtung Asien. Während in westlichen Ländern Projekte oft verzögert oder gestoppt werden, setzt China auf Tempo und Skalierung.