Bundeskanzler Friedrich Merz will mit einem neuen Investitionsgipfel in Berlin mehr internationales Kapital nach Deutschland holen. Nach einem Bericht der «Financial Times» plant die Bundesregierung für Oktober erstmals eine Veranstaltung nach dem Vorbild des französischen Formats «Choose France», mit dem Präsident Emmanuel Macron seit Jahren ausländische Investoren umwirbt.
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Laut der Zeitung präsentiert die Bundesregierung Deutschland in Unterlagen für internationale Investoren als «Europas Fundament der Stabilität». Hervorgehoben werden unter anderem die solide Haushaltslage, die Spitzenbonität bei den drei grossen Ratingagenturen, die hohe Rechtssicherheit sowie die breit aufgestellte Industrie. Zudem verweist die Regierung auf Reformen zur Förderung des Wirtschaftswachstums und auf umfangreiche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
Die Gewinnung privaten Kapitals gehört zu den zentralen wirtschaftspolitischen Vorhaben der Bundesregierung. Im vergangenen Jahr lockerte Deutschland die Schuldenbremse für zusätzliche Investitionen. Zudem kündigte Berlin im Juni einen staatlichen Pensionsfonds nach schwedischem Vorbild an, der Teile der Beiträge am Kapitalmarkt anlegen soll. Der frühere Commerzbank-Chef Martin Blessing wirbt als Investitionsbeauftragter der Bundesregierung bei institutionellen Anlegern für den Standort Deutschland.
Nach Angaben von Gesprächsteilnehmern fordern Investoren jedoch konkretere Nachweise für die Wirkung der Reformen sowie mehr Klarheit darüber, welche Zukunftsbranchen die Bundesregierung besonders fördern will. Das Wirtschaftsministerium erklärte, Deutschland wolle den Zugang für privates Kapital einfacher, schneller und attraktiver gestalten.