Der Chef der US-Grossbank J. P. Morgan, Jamie Dimon, warnt vor geopolitischen Risiken und sieht Europa in einer strukturellen Krise. Dies schreibt er in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre. Der einflussreiche Banker fordert zugleich, die USA müssten ihre wirtschaftliche und militärische Führungsrolle sichern.
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Dimon bezeichnet die geopolitische Lage als grösste Gefahr für die Weltwirtschaft. Er unterstützt die amerikanische Politik zur Stärkung der eigenen Position und fordert höhere Militärausgaben. «Wir müssen mehr für unser Militär ausgeben – und dies hoffentlich klüger und effizienter tun, damit wir schneller handeln können», schreibt er. Gleichzeitig kündigt er Investitionen von rund 1500 Milliarden Dollar in Industrie, Energie, Rüstung, künstliche Intelligenz und Pharma an.
Europa beurteilt Dimon kritisch. «Wir stehen vor dem langsamen, aber stetigen Niedergang und der Zersplitterung Europas», schreibt er. Der Kontinent sei «handlungsunfähig» und verliere an wirtschaftlicher Stärke. Das Bruttoinlandprodukt Europas sei im Verhältnis zu den USA deutlich gesunken. Bürokratie und politische Fragmentierung behinderten Innovation und Wachstum.
Sorgen bereiten Dimon zudem die hohe Staatsverschuldung sowie überbewertete Vermögenswerte. Ein Abschwung könnte «dramatische Auswirkungen auf die globalen Märkte» haben. Risiken im Markt für private Kredite stuft er dagegen als begrenzt ein. Dieser stelle «vermutlich kein systemisches Risiko» dar, auch wenn Qualitätsmängel und mögliche Verluste bestehen.
Kritik äussert Dimon auch an neuen Bankenregulierungen. Bestimmte Kapitalvorschriften seien «unsinnig» und belasteten grosse Institute unverhältnismässig.