Man muss die Dinge in der internationalen Politik beim Namen nennen: Donald Trump erledigt derzeit die Drecksarbeit für Europa im Umgang mit dem Iran. Während man sich in den europäischen Hauptstädten, in Berlin, Paris oder Madrid, in einer Art kollektiven Erleichterungsorgie über die eigene moralische Distanzierung von Trump ergeht, ist die nackte Wahrheit eine andere.
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Es liegt ganz und gar nicht im Sicherheitsinteresse der Europäischen Union, dass das islamistisch-fundamentalistische Mullah-Regime in Teheran in den Besitz einer Atombombe gelangt. Eine solche Waffe könnte mit einem Knopfdruck Israel auslöschen und stellt aufgrund der ballistischen Raketen eine direkte Bedrohung primär für Europa dar, weit mehr als für die Vereinigten Staaten.
Die europäische Politik unterhält hier eine institutionalisierte Orientierungslosigkeit und eine gefährliche Vergessenheit gegenüber den eigenen Interessen. Man gibt sich rhetorisch auf dem ganz hohen moralischen Ross und verweist auf völkerrechtswidrige Kriege, doch im Kern profitiert man davon, dass die Amerikaner unter Trump die Härte zeigen, zu der man selbst nicht fähig ist. Es ist eine Politik der passiven Duldung bei gleichzeitiger verbaler Verurteilung.
Erstaunlich ist dabei die Position von Friedrich Merz: Er selbst sagte einst treffend, dass Israel im Kampf gegen die Hamas die Drecksarbeit für Europa erledige. Doch wenn es um den Iran geht, den grössten Sponsor des Terrors, zeigt man den Amerikanern und Israelis die kalte Schulter. Das ist nicht nur unseriös und unglaubwürdig, es ist ein Kapitalfehler der deutschen Aussenpolitik, die ihre eigene Staatsräson – den Schutz Israels – verrät, sobald es unbequem wird.