IAEA-Chef Rafael Grossi erklärt, es gebe keine Anzeichen für ein strukturiertes Atomwaffen-Programm im Iran. «Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen», sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) an einer Pressekonferenz in Wien.
US-Präsident Donald Trump hatte die jüngsten Angriffe auf den Iran unter anderem damit begründet, dass die Islamische Republik ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wiederaufbaue. Im vergangenen Jahr bombardierten die Vereinigten Staaten und Israel wichtige Nuklearanlagen im Iran. Grossi schloss nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge auf politischen Erwägungen oder auf weiteren Informationen beruhten, die der IAEA nicht vorlägen.
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Zugleich wies Grossi darauf hin, dass IAEA-Inspektoren seit mehr als acht Monaten keinen Zugang zu wichtigen Anlagen im Iran hätten. Daher könne die Behörde derzeit nicht überprüfen, ob nukleares Material für militärische Zwecke abgezweigt worden sei. Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben.
Angesichts des Umfangs des iranischen Atomprogramms müssten Inspektionen so bald wie möglich wiederaufgenommen werden, betonte Grossi. Gewalt sei nicht wünschenswert, aber «eine Tatsache des Lebens», sagte er. Es sei nicht an ihm, die Begründungen für die Anwendung von Gewalt zu rechtfertigen oder nicht zu rechtfertigen. Entgegen iranischen Angaben zu einem Angriff auf den Atomkomplex in Natans erklärte Grossi, es habe bislang keine signifikanten Angriffe auf Nuklearanlagen im Iran gegeben. Er berief sich dabei auf Satellitenaufnahmen. Der iranische IAEA-Botschafter Reza Najafi hatte hingegen gesagt: «Gestern haben sie erneut die friedlichen, überwachten Atomanlagen des Iran angegriffen.»