Die «Club»-Sendung des Schweizer Fernsehens SRF widmete sich am späten Dienstagabend dem Fall des Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer. In der Runde diskutierten eine ehemalige Sportmoderatorin bei SRF und Ringier-Journalistin, der Direktor von Swiss Olympic, ein Hockeyspieler, ein journalistischer Hockey-Insider sowie ein ehemaliger Hockeyprofi.
SRF/Gian Vaitl
Wer fehlte, war jener Journalist, der durch das Ausbeuten eines Privatgesprächs anlässlich eines Mittagessens die Fälschung eines Covid-Zertifikats durch Coach Fischer erfahren und daraus mit Rückendeckung seiner Vorgesetzten den Kulttrainer Patrick Fischer ans Messer geliefert hatte. SRF-Mann Pascal Schmitz liess sich im «Club» nicht blicken. Dabei ist er die Schlüsselfigur der ganzen Affäre und hat sich in der Sendung «10 vor 10» öffentlich dazu geäussert. Der Jäger Pascal Schmitz meinte nach Erlegung seiner Beute: «Es war nicht mein Ziel. Es war einfach mein Job.»
Eigentlich wäre es auch sein Job gewesen, im «Club» seinen Vertrauensbruch und seine journalistische Ethik zu vertreten. Zumal SRF bislang den Anschein erweckt, alles richtig gemacht zu haben. Doch Pascal Schmitz blieb der Sendung fern. Warum dies möglicherweise der Fall war, lesen Sie per sofort online in der neuen Weltwoche. Oder morgen in der gedruckten Ausgabe der Weltwoche.
Jedenfalls ist aufgrund der Weltwoche-Recherchen jetzt Feuer im Dach von SRF. Was Pascal Schmitz früher auf Facebook geäussert habe, entspreche nicht den publizistischen Leitlinien von SRF: «SRF distanziert sich klar von seinen Äusserungen.» Man sei im Gespräch mit Schmitz, gebe aber aus personalrechtlichen Gründen keine Auskunft. Und es folgt der für unser Zwangsgebührenmedium überaus bemerkenswerte Satz: «Pascal Schmitz entschuldigt sich in aller Form für diese Äusserungen.»