Die Warnung erfolgte auf hoher Ebene: Russlands Aussenminister informierte seinen US-Kollegen über geplante Schläge auf «Entscheidungszentren» in Kiew. Die USA sollten ihre Botschaft evakuieren.
Folgen hatte es bis jetzt nicht. Einhellig versicherte der Westen, dass man sich nicht einschüchtern lasse. Ausserdem verstiessen Angriffe auf diplomatische Vertretungen gegen das humanitäre Völkerrecht. Schön, dass sich das herumgesprochen hat. Als die USA 1999 Chinas Belgrader Botschaft bombardierten, sah man das nicht so eng.
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Zwar hat auch Moskau seine Drohung noch nicht wahrgemacht, aber dass sie ausgesprochen wurde, zeigt, wie die Einsätze steigen. Der Ukraine-Krieg war stets ein Konflikt zwischen Russland und dem Westen; doch inzwischen rücken die Kontrahenten immer näher an einen direkten Schlagabtausch.
Im Westen scheint man laut pfeifend durch den dunklen Wald zu laufen, taub und blind für die lauernden Gefahren. Russland verliert, tönt es derzeit. Hat nicht Putin selbst gesagt, dass der Krieg sich dem Ende zuneige?
Aber was, wenn er keine Verhandlungen meinte, sondern eine Entscheidungsschlacht? Der Präsident steht unter Druck, die Samthandschuhe auszuziehen und die Sache zu Ende zu bringen. Diese Sache wird nicht besser durch den Umstand, dass Trumps Interesse erloschen ist, weil er im Iran-Sumpf versinkt.
Wie Schlafwandler seien Europas Führer in den Ersten Weltkrieg getaumelt, schrieb der Historiker Christopher Clark. Wiederholt sich die Geschichte?