Rudolf Taschner hätte von der Universität Wien ein Goldenes Doktordiplom bekommen sollen – doch die Uni sagte die Ehrung nun wieder ab. Als Grund gibt sie Äusserungen Taschners zum Klimawandel, zu Vergaberichtlinien des Österreichischen Wissenschaftsfonds, zu Gender- und zu postkolonialen Studien an.
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Taschner ist nicht irgendwer, sondern einer der bekanntesten Mathematiker Österreichs und Wissenschaftssprecher der ÖVP im Nationalrat. Er ist Träger des Grossen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und ehemaliger Wissenschaftler des Jahres. Mit seinem Math.space im Wiener Museumsquartier und allgemein verständlichen Sachbüchern brachte der die Mathematik und deren kulturelle Errungenschaften einem breiten Publikum nahe.
Und Taschners Verbrechen aus Sicht der Uni Wien, an der er vor fünfzig Jahren promovierte? Er bezeichnete den Klimawandel als «Scheinproblem» im Vergleich zu «gravierenderen Problemen wie der Überbevölkerung in Afrika» und als «risikoloses», aber «ausserordentlich profitables Geschäft». Die Förderung eines Forschungsprojekts im Umfeld von Kunst, Gender Studies und Dekolonisation kritisierte er als Steuergeldverschwendung («verbranntes Geld»).
Mit der Taschner verwehrten Ehrung gibt sich die 1365 gegründete Uni Wien, die älteste bestehende Universität im deutschen Sprachraum, der Lächerlichkeit preis. Ideologie und Cancel-Culture triumphieren über Wissenschaftlichkeit.