Eine peinliche Kommunikationspanne erschüttert derzeit die US-Regierung: Der Chefredakteur des US-Magazins The Atlantic, Jeffrey Goldberg, wurde versehentlich in eine hochsensible Chatgruppe auf der App Signal aufgenommen, in der Mitglieder der Regierung Trump Angriffspläne gegen die Huthi-Miliz im Jemen diskutierten. Neben Details zur Militärstrategie enthüllt der Vorfall auch eine unverhohlene Geringschätzung Europas durch führende US-Politiker.
Wie Goldberg berichtet, nahmen unter anderem Vizepräsident J. D. Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Aussenminister Marco Rubio an dem Austausch teil. In einer Nachricht vom 12. März zweifelte Vance den Sinn eines Militärschlags an und betonte, Europa sei mit 40 Prozent seines Handels vom Suezkanal abhängig – im Gegensatz zu lediglich 3 Prozent bei den USA. «Ich hasse es nur, Europa erneut aus der Patsche zu helfen», schrieb er. Hegseth pflichtete bei: «Ich teile deine Abscheu über Europas Schmarotzertum.»
Auch Trumps Berater Stephen Miller meldete sich zu Wort: «Wenn Europa uns nichts bietet, was dann?» Und forderte, von den Europäern eine klare Gegenleistung einzufordern.
Der Chat erwies sich als authentisch – wie sich spätestens zeigte, als Hegseth am 15. März einen bevorstehenden Angriff ankündigte, der dann auch stattfand. «Gute Arbeit, Pete», lobte Rubio danach. CIA-Direktor John Ratcliffe kommentierte: «Ein guter Start.»
Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates bestätigte die Echtheit und kündigte eine interne Untersuchung an.