Die SPD-Politikerin Saskia Esken verteidigt ihren Boykott-Aufruf gegen den Podcast «Ungeskriptet» nach einem Interview mit AfD-Politiker Björn Höcke. Auf Instagram weist sie Vorwürfe der Zensur zurück und begründet ihr Vorgehen mit einer «Pflicht zum Antifaschismus».
Wer Saskia Esken kritisiert, ist rechts! pic.twitter.com/XjPQ1TYFN9
— Staatsverdrossen (@Staatsverdruss) May 8, 2026
Zuvor hatte die Bundestagsabgeordnete Unternehmen aufgefordert, ihre Werbeverträge mit dem Podcaster Benjamin Berndt zu überprüfen. «Blacklisting hilft», erklärte sie. Nun sagte Esken: «Weil ich kritisiere, dass ‹Ben Ungeskriptet› Björn Höcke eine Plattform bietet, fliegt mir gerade ein bisschen das Netz um die Ohren.» Den Vorwurf der Zensur bezeichnete sie als «absurd». Zensur sei die «Unterdrückung der Presse- und Meinungsfreiheit durch den Staat». Da sie «nicht der Staat» sei, könne sie «gar keine Zensur ausüben».
Esken erklärte zudem, Unternehmen könnten selbst entscheiden, auf welchen Plattformen Werbung ausgespielt werde. Sie verwies dabei auf frühere Kampagnen gegen die US-Plattform «Breitbart». Unternehmen hätten dort daraufhin keine Werbung mehr geschaltet und dem Medium so «die finanzielle Grundlage entzogen». «Gut so», sagte Esken.
Vergleiche ihres Vorgehens mit nationalsozialistischen Boykottaufrufen wies die SPD-Politikerin zurück. «Es geht um Haltung, die man hat oder eben nicht», erklärte sie. In weiteren Videos äusserte sie sich zu den Themen «Meinungsfreiheit», «Intoleranz» und «Faschismus». Darin sagte sie unter anderem: «Rechtsradikale Ansichten und Bestrebungen sind nicht zu tolerieren, sondern zu bekämpfen.» Diese «Pflicht zum Antifaschismus» ergebe sich aus der historischen Verantwortung und der Verfassung.