Die Bilderberg-Konferenz 2026 hat begonnen. Und die Medien schauen zur Seite. Unter Geheimhaltung sprechen noch bis zum Sonntag in Washington hochrangige Funktionsträger über Themen von öffentlichem Interesse. Auf der Agenda des Elitenzirkels steht in diesem Jahr unter anderem: die «Zukunft der Kriegsführung», die «Überführung des Finanzmarktes ins Digitale», die «transatlantischen Beziehungen in der Rüstungsindustrie», aber auch Russland, der Nahe Osten und künstliche Intelligenz.
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Was sagt etwa Kristalina Georgiewa, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, auf einer der wohl exklusivsten Konferenzen auf diesem Planeten? Was ist von dem Generalsekretär der Nato, Mark Rutte, im Kreise der Bilderberger zu hören? Was wird Samuel Paparo, Admiral und Kommandeur, Chef des United States Indo-Pacific Command, vor den Bilderbergern vortragen? Was hat Markus Laubenthal, deutscher General und Stabschef, Oberkommando der Alliierten Streitkräfte in Europa, zu erzählen? Was wird Daniel P. Driscoll, der Chef des US-Heeres, ausführen? Was sagen Alex Karp, der Chef von Palantir, Albert Bourla, der Vorsitzende von Pfizer, Roland Busch, der Chef von Siemens, Demis Hassabis, CEO von Google Deepmind? Und nicht zuletzt: Was wird die Schweizer Wirtschaftsstaatssekretärin Helene Budliger bei Bilderberg darlegen?
Ist es zu viel von den Medien verlangt, über die Bilderberg-Konferenzen zu berichten? Hat die Öffentlichkeit kein Anrecht darauf, zu erfahren, was Weltenlenker und Wirtschaftskapitäne mit demokratisch gewählten Politikern besprechen? Sollten Medien nicht ihre Aufmerksamkeit an jenen Ort in Washington lenken, wo gerade Eliten mit einer schier unfassbaren Reichweitenmacht zusammenkommen? Wer diese Fragen als Journalist verneint, hat seinen Beruf verfehlt.
Immer mehr gleicht die Welt einem Pulverfass. In Deutschland ist die Rede von «Kriegstüchtigkeit». Immer wieder warnen Kriegstreiber quer durch Europa vor einem möglichen Krieg mit Russland. Im Nahen Osten bringen die USA Truppen in Stellung. In einem für vier Tage gemieteten Hotel in den USA konferieren hochrangige Militärs mit Premierministern und Verteidigungsministern. Eine Abfrage bei Google News zur Bilderberg-Konferenz 2026 bietet – Stand Freitagnachmittag – genau null Treffer. Das ist journalistische Arbeitsverweigerung.