Der Lehrerverband schlage Hitzealarm, berichtet der Tages-Anzeiger. Der Verband fordere erstmals «schweizweit verbindliche Grenzwerte für Schulzimmer». Es bestehe eine «regulatorische Lücke».
Schulen sollen verpflichtet werden, ab einer Obergrenze von 26 Grad Massnahmen zu ergreifen. Hintergrund seien «alarmierende Messzahlen» vom Sommer 2023. In manchen Schulzimmern werde es so heiss wie in Gewächshäusern.
Weiter verlange der Verband eine Sanierungsoffensive. Als Beispiel genannt wird ein Schulhaus in Horgen ZH, das gegen eine halbe Million Franken in ein «hitzetaugliches» Gebäude investiert hat.
Im Vergleich zeige sich, so eine weitere Erkenntnis, «dass Schulen in dichtbebauten Quartieren besonders stark von Hitze betroffen sein können». Ob dies ein Plädoyer für die Annahme der Nachhaltigkeitsinitiative ist, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Generell sei aber die «mangelnde Beschattung» eines der «Hauptprobleme vieler Schweizer Schulen».
Wir haben uns also geirrt: Wer angenommen hat, das Hauptproblem vieler Schweizer Schulen bestehe darin, dass viele Schüler nicht mehr richtig Deutsch und nur noch schlecht rechnen können, dass in manchen Klassen aufgrund des hohen Ausländeranteils längst sein niveausenkender Kipppunkt erreicht ist, dass die Lehrer unter Bürokratisierung leiden, dass die integrative Schule mehr Nach- statt Vorteile bringt et cetera, der sieht sich nun eines Besseren belehrt. Das schöne Wetter ist das Problem!
Früher hätte man dem gesunden Menschenverstand und der Selbstverantwortung des Lehrers vertraut, wäre auch mal baden gegangen oder hätte den Unterricht spontan in den kühlen Wald verlegt – heute fordert man Behördenaktivismus und Regulierung mit verbindlichen Massnahmen und Grenzwerten und Vorschriften.
Ob das ein Fortschritt ist, sei dahingestellt. Wie heisst es doch in der Schullagerliedzeile: «Von den blauen Bergen kommen wir, unsere Lehrer sind genauso dumm wie wir.»