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Historischer Streit zwischen Warschau und Kiew: Polens Präsident Nawrocki entzieht Selenskyj höchsten Staatsorden

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Historischer Streit zwischen Warschau und Kiew: Polens Präsident Nawrocki entzieht Selenskyj höchsten Staatsorden
Historischer Streit zwischen Warschau und Kiew: Polens Präsident Nawrocki entzieht Selenskyj höchsten Staatsorden
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Polens Präsident Karol Nawrocki hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weissen Adlers aberkannt, die höchste staatliche Auszeichnung des Landes. Wie Politico berichtet, reagiert Warschau damit auf Selenskyjs Entscheidung, eine ukrainische Spezialeinheit nach der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) zu benennen.

Pawel Supernak/EPA/Keystone
Karol Nawrocki und Wolodymyr Selenskyj im Präsidentenpalast in Warschau
Pawel Supernak/EPA/Keystone

Die UPA kämpfte im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion und zeitweise auch gegen die Deutschen. In Polen erinnert man sich jedoch vor allem an die Massaker in Wolhynien, bei denen ukrainische Nationalisten zwischen 1943 und 1945 Zehntausende Polen töteten. Nawrocki erklärte, die Ehrung der UPA gehe weit über eine innenpolitische Entscheidung der Ukraine hinaus. Polen dürfe die Opfer seiner Geschichte nicht vergessen.

Der Orden war Selenskyj 2023 für seinen Beitrag zu den polnisch-ukrainischen Beziehungen verliehen worden. Nach polnischem Recht kann eine Auszeichnung entzogen werden, wenn der Träger ihrer unwürdig geworden ist. Es ist das erste Mal, dass der traditionsreiche Orden dauerhaft aberkannt wird.

Kiew reagierte scharf. Aussenminister Andrij Sybiha sprach von einem «strategischen Fehler», von dem «nur Moskau profitiert». Die ukrainische Regierung betont, die UPA werde in der Ukraine als Symbol des Unabhängigkeitskampfes verstanden und arbeite gemeinsam mit Polen an der Aufarbeitung historischer Verbrechen.

Der Streit trifft eine der wichtigsten Allianzen Europas. Polen gehört seit Beginn des russischen Angriffs zu den engsten Unterstützern der Ukraine. Gleichzeitig zeigt der Konflikt, wie stark historische Fragen die Beziehungen zwischen beiden Ländern bis heute prägen.

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