Jetzt sind sie wieder zur Stelle und lassen die Hunde von den Ketten. Die Schweizer Medien, vom Gebührensender SRG über den Boulevard von Blick bis zu der vornehm sich gebenden NZZ, prügeln mit voller Wucht und im Ton moralischer Erhabenheit auf Patrick Fischer ein, den Trainer der Schweizer Hockey-Nationalmannschaft, der mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele nach Peking gereist war.
Salvatore Di Nolfi/Keystone
Es sind dieselben Medien, die in der Corona-Zeit kolossal versagt haben und die Hysterie einer ganzen Gesellschaft und den Rückfall der Staatsorgane in ein temporäres Unrechtsregime mitbefeuert und -verantwortet haben. Als es dann darum ging, die dunklen Zeiten aufzuklären, hüllten sie sich in dröhnendes Schweigen. Der staatsmediale Komplex lief wie geschmiert und lieferte Anschauungsunterricht in Autoritarismus mit totalitären Tendenzen.
Jetzt aber, wo sie die alten Fronten wiederaufleben lassen und mit dem Finger auf einen angeblich asozialen Ungeimpften zeigen können, der einem faktischen Impfzwang ausgesetzt war und seinen durchaus auch staatstragenden Job mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust ausüben wollte, sind sie mit einer Härte und Häme am Werk, die sie den Verantwortlichen des ganzen Mordsschlamassels gegenüber nie auch nur annähernd an den Tag gelegt haben. Ein Bundesrat Alain Berset zum Beispiel, der bei SRF wider besseres Wissen die Fake News verbreitete, mit dem Zertifikat könne man zeigen, dass man nicht ansteckend sei, wurde als Held und Krisenmanager gefeiert und stieg zum Generalsekretär des Europarats auf.
Den Vogel schiesst nun ausgerechnet die (il)liberale NZZ ab. Sie freut sich schon auf Massnahmen der Sponsoren gegen Fischer und den Verband und schreibt allen Ernstes: «Die Fluggesellschaft Swiss, einer der official sponsors des Verbands, führte 2021 eine Impfpflicht für das Personal ein und entliess knapp 150 Mitarbeiter, die sich nicht an die Auflage hielten. Es würde erstaunen, sollte der Konzern Fischer in dieser Frage mit viel Nachsicht begegnen.»
Man glaubt, sich verlesen zu haben. Die Swiss war das einzige Unternehmen in der Schweiz, das diesen arbeitsrechtlichen Tabubruch beging und Leute auf die Strasse stellte, die auf ihrem verfassungsmässigen Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit beharrten. Die drakonische Höchststrafe war völlig unverhältnismässig und weder medizinisch noch operationell nötig, ganz im Gegenteil: Geimpfte Piloten dürften ein grösseres Gesundheitsrisiko darstellen als ungeimpfte. Vollends absurd wird es mit der längst zugegebenen Tatsache, dass die Impfung andere gar nicht schützt.
All das und noch viel mehr blenden die Robespierres in den Redaktionsstuben aus, die jetzt so besinnungslos auf Fischer einprügeln. Die Versagermedien von damals lassen erneut die Maske fallen.